Bilderbuch – Erzähl deinen Mädels wir sind wieder in der Stadt

Berlin, 20.04.2019

Die Band, die so viele Lieder kreierte, das sie in weniger als vier Monaten gleich zwei Alben veröffentlichte, war am Freitag live in Berlin.

Leadsänger Maurice

Gelobt als „eine der besten aktuellen Pop Bands“ spielen Bilderbuch gekonnt mit Popkulturellen Klischees auf Metaebene. Für manchen mögen die verqueren, manchmal fast schon dadaistischen Texte nicht sofort zugänglich sein, aber spätestens seit „Maschin“ eroberten Bilderbuch die Herzen der Musikfans. Mutig, originell und vor allem das was deutschen Pop schon lange gefehlt hat. Mit entsprechend großer Vorfreude erwartet man das Konzert im Rahmen ihrer Album Tour „Vernissage my Heart“ und wird nicht enttäuscht. Frontmann Maurice, exzentrisch und humorvoll, scheint fast geboren für die Bühne. Die Stimmung ist wie häufig in der Columbiahalle am Anfang verhalten, doch nach ihrer vier Lieder langen Zugabe gehörten ihnen fast alle Herzen des Publikums. Trotz ihrer jungen Jahre, besitzen die Jungs eine beachtliche Zeit an Erfahrung, seit 2005 gibt es Bilderbuch schon und deswegen werden auch kleinere Patzer, oder der plötzliche Ausfall des Keyboards lässig weggespielt. Gerade diese Entspannung mit ihrem eigenen Erfolg und Auftreten umzugehen, ist das Bilderbuch zum absolute Sympathieträger werden lässt. Nahbar, humorvoll und gerne bereit auch auf der Bühne die weirden Seiten zu zeigen. Diese Authentizität ist es, was einen als Hörer mitnimmt. Besonders hervorzuheben sei nochmal die Performance von Gitarrist Klemens, selten sah Gitarre spielen so leicht aus. Er ist es der mit seinen Soli’s und Performance auch innerhalb der Band eindeutig den Konzertablauf bestimmt.  Bei Bilderbuch stehen nicht nur großartige Musiker auf der Bühne, sondern Menschen die wirklich lieben was sie tun und deren Enthusiasmus nichts anderes, als ansteckend ist. Ein gelungener Tour Abschied und wir hoffen bei der nächsten wieder dabei sein zu können. We <3 Stress!

 

„Nineties Berlin“ zeigt das wilde Berlin der 90er-Jahre

Foto: Marcus Bläsing

Zwischen Mauerfall und Subkultur: Die Multimedia-Ausstellung Nineties Berlin des DDR-Museums in der alten Münze lässt die 90er Jahre wieder aufleben. Durch die Räume wandert man am besten mit dem Handy in der Hand, um zusätzliche Informationen von dem Guide zu bekommen, den man zuvor kostenlos heruntergeladen hat. Die Zeitreise kommt bei den Besuchern gut an und wegen der großen Nachfrage und des guten Feedbacks wird Nineties Berlin nun als Dauerausstellung betrieben.

Ab 2019 wird es außerdem eine Vielzahl an Sonderausstellungen geben. Ab dem 18. Januar dürfen sich alle Sneaker-Heads auf „Sneakers of the Nineties“ freuen, welche gemeinsam mit den Streetwear-Experten vom Overkill Shop organisiert wird. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres „30 Jahre Loveparade“ gibt es am 10. Januar zudem einen Live Talk mit Protagonisten der frühen Berliner Technoszene. Das Motto: Clash der Großraves: 1st Mayday vs. Tekknozid

Foto: Marcus Bläsing

Hintergrund der Talkrunde: Im Winter nach der Loveparade 1991 kam es zu einer denkwürdigen Woche in der noch jungen Technogeschichte Berlins. Innerhalb von einer Woche fanden zwei Großraves in derselben Location statt – der Halle Weißensee. Während Tekknozid mit „The biggest Rave ever“ warb, ging die erste Mayday mit dem Motto „Best of House and Techno“ an den Start. Beide Veranstaltungen lieferten sich eine Werbe- und Veranstaltungstechnikschlacht, wie es sie bis dahin noch nie gegeben hatte. Mayday verzeichnete 5.600 Besucher, Tekknozid hatte über 3.000 Gäste und wurde danach für lange Zeit eingestellt. Die anschließenden Konflikte zwischen den Organisatoren führten dazu, dass sie über Jahrzehnte lang kein Wort mehr miteinander wechselten, sondern lediglich übereinander. Nach 27 Jahren Funkstille trafen sich Jürgen Laarmann (damals Mayday) und Wolfram „Wolle“ Neugebauer (Tekknozid) erstmals wieder und fanden durch den Austausch zahlreiche neue Aspekte des damaligen Konflikts, die der Geschichtsschreibung eine neue Wendung geben. Im Live-Talk diskutieren sie frei nach dem 1000 Tage Techno Motto „Now it can be told“ mit dem einzigen DJ, der damals bei beiden Veranstaltungen aufgelegt hat: DJ Tanith. Moderiert wird die Veranstaltung von Musikjournalist Ralf Niemczyk (damals Spex/heute Rolling Stone) und Julia Friese (freie Autorin, u.a. Die Welt). Die Türen öffnen um 19 Uhr und Tickets gibt’s unter: https://nineties.berlin/de/tickets/1000-tage-tec

Nieties Berlin, täglich 10 bis 20 Uhr in der Alte Münze, Molkenmarkt 2, Eintritt 12,50 Euro, ermäßigt 8,50 Euro

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NYE im Suicide Circus mit Cari Lekebusch, Housemeister, uvm.

mit Cari Lekebusch, Housemeister, Aérea Negrot, Kiki, Snax, Errorbeauty, Púca, Mori und Armin

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Jedes Mal zum Jahresbeginn die gleichen Probleme: Zusätzliche Pfunde auf der Waage wegen der ungebremsten Festtagsvöllerei und nervige Streitereien in der Familie. Das alles ist nichts im Vergleich zum größten aller Probleme : Wo gehen wir an Silvester feiern? Wer sich nach unbeschwerten Partystunden untermalt mit feinsten Techno und House-Klängen sehnt, der ist im Suicide Circus sicher an der richtigen Adresse. In einem der bekanntesten Clubs Berlins sorgen zum Jahreswechsel große Namen für gute Laune. Verpflichtet wurde der Schwede Cari Lekebusch, das Berliner Urgestein Housemeister, Kiki und Aeren Negrot von bpitch und viele Besser kann man kaum in das Neue Jahr starten!

Cari Lekebusch prägt die Entwicklung der elektronischen Musik in Schweden und das seit Mitte der 90er. Der Mann mit den vielen Psyeudonymen (Mystic Letter K, Mr Barth, Fred, Braincell, Jade Mantis – um nur einige zu nennen) bezeichnet sich selbst als „techno sound architect“ und schreckt nicht davor zurück, mit dem Genre frei zu experimentieren. Für diese persönlichen Experimente rief er das Label H-Productions ins Leben – das mittlerweile auch andere bekannte „Klangarchitekten“ wie Stimming beherbergt. In der Silvesternacht wird er mit seinen moderaten Tracks im Suicide Circus für Stimmung sorgen!

Housemeister aka Martin Böhm, mag „Elektro mit lustigen Melodiechen“ – anstatt mit digitalen Effekten an Computerbildschirmen zu basteln, arbeitet er lieber mit seiner Sammlung an Soundmaschinen herum, „Weil Maschinen einfach viel mehr Spaß machen“. Den Spaß an der Sache hört man auch in seinen Sets, welche dadurch einen einzigartigen Sound erhalten! Ist alles gut? Aber das ist noch lange nicht alles, denn zu den beiden spielen noch Kiki und Aerea Negrot von bpitch, Snax und viele weitere vielversprechende Residents des Clubs direkt an der Warschauer Strasse.

Suicide Circucs, Revaler Strasse 99, Berlin-Friedrichshain, S Warschauer Strasse

Erste Hilfe für die Weihnachtszeit: #xmasfirst

Das Jahr ist fast zu Ende und beim obligatorischen Rückblick stellen wir fest: 2018 war kein richtiger Erfolg. Weder sind wir Weltmeister, noch leben wir in politisch sicheren Zeiten. Deshalb wollen wir wenigstens die Weihnachtszeit unvergesslich machen und dafür brauchen wird dich! Du machst Musik, aber deine Songs hat bisher nur deine Mutter gehört? Du backst die leckersten Plätzchen? Du bist Profi im Do-it-Yourself Geschenke basteln? Du schreibst Geschichten, Gedichte, zeichnest oder malst und möchtest andere Menschen daran Teil haben lassen? Dann mach ein Video, ein Foto, schreib uns eine Geschichte, ein Rezept, schick uns einen Link, ein Dokument, eine Brieftaube – wir suchen alles, was weihnachtlich ist!

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Circle Of Live – im Funkhaus mit Âme und Mathew Jonson

Circle of Live – Photo by Redporteros

Sebastian Mullaert steht nicht auf David Guetta’s USB-Stick-Sound. Zuviel geplant, zu vorhersehbar, zu langweilig – viel aufregender ist für ihn Kunst der Improvisation und Spontanität in der Musik. Deshalb gründete er das Label Circle of Life. Bei der gleichnamigen Konzert-Serie, soll sich der Künstler vom Moment inspirieren, vom Publikum mitreissen und von seinen Gefühlen lenken lassen, und all das in seiner Musik wiedergeben.
Nach Mullaerts-Vision, soll der Artist das auch nicht alleine tun, sondern im Zusammenspiel mit anderen Musikern, die zur gleichen Zeit ihre Kreativität ausleben. Dabei ist es dem Klang-Produzenten selbst überlassen, wie sehr sie mit ihren “Mitspielern” partizipieren. Daraus resultiert ein Konzert, welches nicht der normalen Struktur oder Gewohnheit entspricht, den Kreativen Fluss fördert und das Experimentieren auch für den Zuhörer erfahrbar macht.
Für dieses einzigartige Event, wurde mit dem Funkhaus zudem auch die ideale Location gewählt. Auch das Line-Up hat mit Matthew Janson, Sebastian Mullaert und Âme einiges zu bieten.
Am 7. Dezember veröffentlicht das Duo ihre neue Single. Die beiden sind für ihren einzigartig poetischen Techno bekannt, welcher sich stets weiterzuentwickeln scheint und mit seinem innovativen Style die Clubszene begeistert. Âme, vom Mixmag als einer der besten Live-Acts weltweit bezeichnet, dürfte für die gemeinsame Live-Improvisation des Circle of Live, eine grosse Bereicherung sein.

Autor, Peter Koenitz

 

R.Kitt fordert mehr Raum für Clubkultur

R.Kitt macht House, der eine tiefe emotionale Botschaft vermitteln möchte, aber dich trotzdem in Bewegung setzt. Seine Produktionen sind komplex, aber nicht zu verkopft und haben deutliche Anleihen auf die klassischen Sounds alter Chicago-House-Produktionen. In seiner Musik geht es um zwei Dinge: Emotionen und Tanz. Auf dem Other Voices Festival haben wir uns mit dem Produzenten und DJ aus Dublin getroffen, um mit ihm über die Clubszene in Dublin zu reden.

Du machst eher Chicao-inspirierte House-Musik. Was fasziniert dich noch immer an diesem Sound?

Seine eigene Musik in eine Schublade zu packen ist nicht einfach, aber ja: Ich bin definitiv von Chicago und Detroit inspiriert. Leute wie Larry Heard, aber auch die zweite Welle mit Kenny Larkin haben mich sehr geprägt. Eigentlich wurde ich in meinen Anfängen sogar eher von französischen Produktionen beeinflusst. Ich kann mich noch erinnern als Daft Punk das Album „Homework“ veröffentlichte. Darauf war ein Track, „Teachers“, welche sie ihren alten Idole gewidmet hatten. Ich ging den Song durch und habe daraufhin all die Namen, die in dem Lied vorkamen rausgeschrieben und dann geguckt, wer diese Leute waren und was für Musik sie gemacht haben. So habe ich die Chicago und Detroit House und Techno-Szene für mich entdeckt.

Wann hast du mit dem DJing begonnen?

Zum DJing bin ich relativ spät gekommen. Eigentlich habe ich als Produzent angefangen und davor noch erste Erfahrungen mit meinem Elektropop-Projekt gesammelt, welches ich gemeinsam mit meinem Bruder gemacht habe. Daher war die Vorstellung für mich auch erstmal komisch, alleine auf einer Bühne oder im Rampenlicht zu stehen. Es hat etwas gebraucht, bis ich das Selbstvertrauen hatte, diesen Schritt zu gehen. Deshalb bin ich erst seit ungefähr 6 Jahren alleine als DJ unterwegs.

Wie ist die Clubszene in Irland?

Sowas wie eine ‚deepe‘ Clubszene oder eine Clubkult ähnlich der in Berlin gibt es hier nicht. Zudem fehlt es an Zusammenschluss lokaler Akteure. In Dublin ist es noch immer so, dass man lieber DJs von außerhalb bucht als die eigenen Leute spielen zu lassen. Diese Tatsache hat mich dazu gebracht gemeinsam mit ein paar anderen Leuten eine eigene Veranstaltungsreihe zu machen, welche bewusst DJs aus Dublin bucht und ihnen eine Bühne bietet. Die Partyreihe heißt „Dip“ und es gibt sie bis heute. Dort habe ich dann auch meine ersten Gehversuche als DJ gewagt und mich ausprobiert.

Jeder scheint die Clubszene in Berlin zu lieben. Einer der bekanntesten Filme über die Feierszene der Hauptstadt ist „Berlin Callin“ und euer Pendant heißt „Dublin Oldschool“. Ist die Dubliner Szene wirklich so wie in diesem Film gezeigt?

Ich habe viel über den Film gehört, aber ihn selbst noch nicht gesehen, denn er ist noch relativ neu. Ich weiss allerdings, dass einige Akteure des Nachtlebens in Dublin an diesem Film mitgewirkt haben. Ich gehe deshalb mal davon aus, dass die Story nicht ganz aus dem Blauen heraus entstanden ist. Ist natürlich schwer zu beurteilen ohne den Film gesehen zu haben, doch zumindest die Mitwirkenden wissen, wie das Clubleben der Stadt wirklich aussieht und könnten es gut wiedergegeben haben.

Welche Drogen prägen denn die Szene in Dublin derzeit?

Klar spielen Drogen auf Partys auch bei uns eine Rolle, aber welche Drogen prägend sind ist schwer zu sagen. Ich selbst rauche nur Marihuana, aber eine Drogenkultur gibt es doch überall, wenn es ums Feiern geht – ob einem das jetzt gefällt oder nicht. Ich finde auch nicht, dass man das verurteilen sollte. Man sollte eher aufklären und zum verantwortungsvollen Umgang mit Betäubungsmitteln animieren. Ich will das jetzt nicht schön reden, aber Drogen haben ja auch einen Nutzen, sonst würde sie ja niemand nehmen. Die Leute nutzen Drogen um den Kopf abzuschalten und sich nicht zu überlegen wie sie tanzen oder was andere Leute vielleicht von ihnen denken könnten. Ich denke aber nicht, dass es „die eine Droge“ gibt, die typisch für Dublin ist.

In Berlin haben wir ein echtes Problem mit Clubsterben in Zusammenhang mit fortschreitender Gentrifizierung.  Gibt es solche Probleme auch in Dublin?

Definitiv! Wir haben kaum noch Raum für Clubkultur. Im Januar wird der einzige Club schließen, der mehr als 1000 Leute fassen konnte. Von den Mieten abgesehen sind auch die Lebensunterhaltskosten für Künstler kaum zu stemmen. Viele wandern aus – aber nicht nur die Musiker, auch die Schriftsteller, Tänzer, Kreative aller Art. Eine weitere Sache, die das Clubsterben in Irland fördert, ist die Lizenzierung. Wir dürfen in Dublin gesetzlich nur bis 1:30 Uhr öffnen. Wer ein bisschen länger auflassen möchte, der braucht eine Sondererlaubnis und die kostet über 400 Euro pro Nacht. Diese Sondererlaubnis braucht man zusätzlich zu all den anderen Lizenzen wie der Alkohol- und Tanzlizenz. Diese Kosten kommen dann zu den ohnehin schon hohen Betriebskosten und der Miete. Stell dir also vor, du bist ein kleiner Club der nur 150 Leute fasst und du möchtest gerne 2 Stunden länger öffnen. Wie viele Drinks müsstest du realistisch verkaufen, damit die Veranstaltung wenigstens einigermaßen kostendeckend über die Bühne geht? Seit ca. 10 Jahren beobachten wir, wie nacheinander alle kleinen Clubs schließen. Ich engagiere mich deshalb im Rahmen der Give Us The Night Initiative, welche bereits vor 14 Jahren von Sunil Sharp initiiert wurde, um dem Clubsterben etwas entgegenzusetzen. Wir müssen vor allem den Politikern klar machen, dass sie mit der Lizenzierung einen ganzen Wirtschaftszweig zerstören. In Irland sind die Leute sehr konservativ und deshalb leider nicht unbedingt offen für neue Ideen. Wir müssen diesen Leuten also aufzeigen, dass am Ende jeder von einer Umstrukturierungen im Nachtleben profitiert. Die Nachfrage ist auf jeden Fall da! Das Publikum ist bereit für eine lebendige Clubkultur wie der in Berlin. Vielleicht wäre das Nachtleben dann irgendwann sogar ein Tourismus fördernder Faktor für Dublin? Ich habe mir schon angeguckt, welch gute Arbeit die Clubcommission in Berlin leistet. Sowas bräuchten wir auch in Dublin.

Was bedeutet es für dich Teil von „Other Voices“ zu sein?

Mir bedeutet es viel, denn ich bewundere die Arbeit, die das OV-Team hier leistet. Sie schaffen es die Musiklandschaft Irlands repräsentativ abzubilden und sind bei ihrem Booking stets offen für neue Trends. Dabei geben sie auch talentierten Newcomern eine Bühne und die Chance gesehen zu werden. Letztes Jahr war ich als Techno- oder Elektroact noch relativ alleine hier, aber das sieht in diesem Jahr schon anders aus. Die Veranstalter sind offener für neue Einflüsse als ich das von anderen Festivalformaten kenne. Dazu kommt natürlich der idyllische Veranstaltungsort, denn Dingle und die atemberaubende Umgebung von Kerry hat schon etwas sehr Tiefenentspanntes und ist eine willkommene Abwechslung zum Stadtleben in Dublin.

Die BLN.FM und CO’PS XMas Aktion: Entspannter Dauerpegel gegen Weihnachtsstress

Zur Weihnachtszeit hat man 1.000 nervige Sachen um die Ohren. Weihnachtsgeschenke müssen besorgt und der Heiligabend geplant werden. So lieb man seine Liebsten auch hat, wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind: Wir haben alle noch ein klein wenig lieber, wenn wir leicht einen sitzen haben. Harald Juhnke wusste das, wir wissen das und du weisst das auch. Weshalb sich also nicht das Offensichtliche zu nutze machen und der stressigen Vorweihnachtszeit mit einem entspannten Dauerpegel trotzen?

Weil wir dich mehr lieben als deine Mutter es tut und die BVG es jemals könnte, haben wir uns mit den Suff-Experten von CO’PS – weiter geht’s zusammengetan und dir eine hochprozentige Weihnachtsgewinnspielaktion kredenzt. Wir würden nicht wollen, dass du dich mit irgendwas abfüllst und deshalb kannst du feinsten Kaffeeschnaps gewinnen.

Wer das Zeug nicht einfach so runterkippen will, für den haben wir noch einen Serviervorschlag:

„Der tote Weihnachtsmann“

1. Easy in der Zubereitung 
2. Perfekt um die Familie unterm Weihnachtsbaum abzufüllen
4. Noch perfekter um alte Schoko-Weihnachtsmänner zu recyclen

Rezept Zutaten:
1/2 Liter Milch
1 x Flasche CO’PS (davon ca. 10 cl)
1 x Schoko-Weihnachtsmann
Sprühsahne

Rap mit Akzent – Kojaque verändert den irischen Hip-Hop

Eigentlich gab es die ersten Rap-Acts in Irland bereits seit Anfang der 1990er Jahre. Wer beim Stichwort „irischer Hip-Hop“ trotzdem nur an „House of Pain“ denkt, der sollte einen Blick auf die Szene der Insel werfen, die derzeit einiges bietet. Künstler wie Kojaque halten dem internationalen Vergleich stand und zeigen, dass sie nicht ‚irischen Hip-Hop‘ sondern ‚guten Hip-Hop‘ machen.

Auf dem Other Voices Festival in Dingle sprachen wir mit Kevin Smith aka. Kojaque . Kevin wuchs in Cabra auf und besuchte in Dublin die School of Creative Arts. Er versteht sich als Dichter und Filmemacher, wohingegen sein Alter-Ego Kojaque seit einiger Zeit zu den angesagtesten Rapper und Produzenten Irlands zählt. Im Interview spricht der Labelchef von Soft Boy Records über die irische Hip-Hop-Kultur und was es bedeutet in Irland hauptberuflich Musiker zu sein.

Wie fühlst du dich?
Ich bin um ehrlich zu sein etwas müde, da wir heute erst am frühen Morgen aus Manchester gekommen sind, wo wir unsere Tour beendet haben. Das war die erste Tour bei der wir auch in Bristol, Manchester und London spielten. Das war echt gut, aber eben auch anstrengend.

Ich weiss wenig über die irische Hip-Hop-Szene. Kannst du mir bitte eine kurze Einführung geben?
Ja, klar. Im Moment machen wirklich viele Leute Musik – vor allem Hip-Hop. Rejjie Snow ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Acts. Jafaris ist wirklich gut und ich persönlich mag natürlich Luka Palm, mit dem ich selbst zusammenarbeite. Tatsächlich gibt es viele gute Leute, die seit Jahren gute Sachen machen, aber eben erst jetzt an Popularität gewinnen. Ich denke, Hip-Hop ist grade ziemlich am kommen.

Ich habe gelesen, dass du dich zu Beginn deiner Karriere wegen deines Dublin-Akzents geschämt hast? Warum?
Nun, ich nehme an… Ich selbst habe nicht wirklich viel Hip-Hop mit Akzent gehört. Viele Leute hier in Irland setzen einen amerikanische Akzente auf. Wahrscheinlich weil Amerika eben der Ort ist, den man mit Hip-Hop-Kultur verbindet. Rappen mit amerikanischen Akzent fühlt sich scheinbar für viele „richtig“ an. Das jemand mit Dublin-Akzent rappt, das kannte ich so gar nicht. Dinge anders zu machen als bisher üblich verunsichert einen irgendwie – new shit is always scary.

Mir ist  der Mangel an Frauen im irischen Rap aufgefallen. Die Rap-Szene hier scheint mir ein ziemlicher Männerverein zu sein. Kennst du vielversprechende weibliche MCs aus Irland?
Puhh. Lass mich überlegen. Um ehrlich zu sein, nein. Ich kann dir einige wirklich gute Sängerinnen nennen, aber die machen keinen Rap. Sie singen. Also sie machen eher R’nB-Musik oder Neo-Soul und so. Weshalb das so ist, weiss ich gar nicht. Da kann ich jetzt gar nicht so viel zu sagen, aber vielleicht wird sich das zukünftig ändern?

Okay, lass uns mehr über dich und deine Arbeit sprechen. Weshalb hast du dir ein Alter-Ego geschaffen?
Du hast eingangs selbst gesagt, dass Kevin Smith der Dichter und Filmemacher oder bildende Künstler ist und Kojaque eben der Rapper und Produzent – das trifft es wirklich ziemlich genau. Für mich ist es manchmal einfacher, aus Kojaques Perspektive Dinge zu erkunden oder mich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Man ist dann emotional nicht so verbunden und hat einen angenehmen Abstand. Machmal ist es einfach einfacher für mich, wenn ich aus mir heraustreten kann – zum Beispiel wenn ich auf die Bühne gehe. Gelegentlich finde ich es noch immer schräg auf einer Bühne vor einem Haufen fremder Leuten aufzutreten. Manchmal fühlt sich das an, als würde ich schauspielern.

Kojaque gilt als ’soft boy‘, was durchaus Sinn macht, denn er ist der Label-Chef von Soft Boy Records. Ist Kevin auch ein ’soft boy‘?
Ja. … Ja!

In deinen Texte setzt du dich mit der Definition von Männlichkeit und Geschlechterrollen auseinander? Ist das so richtig?
Ich glaube eigentlich nicht, dass man das so sagen kann. Das ist wirklich nicht alles worüber ich schreibe. Ehrlich gesagt ändern sich meine Texte mit meiner Stimmung. Meine Gefühlslage bestimmt, worüber ich schreibe. Manchmal ist das auch nur vom Beat inspiriert. Aber manchmal setze ich mich auch einfach hin und schreibe. Auf dieses Männer- und Rollending werde ich wirklich häufig angesprochen. Es spielt fast in jedes Interview mit rein und ich weiß nicht so richtig weshalb. Ich finde wirklich nicht, dass dies das Oberthema meiner Arbeit ist. Ich habe eine Vermutung, weshalb das jeder denkt: In einem meiner ersten Interviews sprachen wir auch über meine Kunstpraxis, die sich damals um die Themen Männlichkeit und männliche Identität drehten. Seither zieht sich das durch alle anderen Interviews. Natürlich setze ich mich in einigen meiner Songs damit auseinander, aber für mich ist das nicht unbedingt etwas, was meine Musik ausmacht.

Über dein aktuelles Album „Deli Daydreams“ habe ich gelesen es sei die „dringend benötigte Qualitätsinfusion  für die irische Musikszene“. Glaubst du, dass es der irischen Musikszene an Qualität mangelt?
Ob es ihr an Qualität mangelt kann ich nicht sagen, aber wir haben hier schon einige Probleme. Meiner Meinung nach gibt es hier keine wirklich gute Infrastruktur für Musiker, wie es sie zum Beispiel in Großbritannien gibt. Es ist schwierig hauptberuflich als Musiker zu arbeiten. Es gibt kaum Fördermöglichkeit oder Plattformen. Dieser Mangel war dann auch einer der Gründe, weshalb wir unser eigenes Label gegründeten. Kean Kavanagh und ich haben damals bemerkt, dass es schon viele gute irische Künstler gibt, sie waren nur kaum sichtbar. Trotz Talent und Output gab es eben keine Plattform für sie – nicht auf professionellem Niveau. Mir ging es damals ja ähnlich, denn auch ich habe kein Label gefunden, von dem ich mich gut repräsentiert gefühlt hätte. Ich und Kean füllen also jetzt diese Nische. Wir möchten einfach Künstler und ihre Musik fördern, die wir wirklich gut finden. Derzeit haben wir neun Künstler auf Soft Boy Records und darauf sind wir echt stolz.

Du spielst dieses Wochenende in Dingle. Was ist das Besondere am ‚Other Voices ‚ Festival für dich?
Ich selbst gucke „Other Voices“ seit vielen Jahren. Ich sah Amy Winehouse in der Kirche spielen und einige andere Künstler, die ich sehr bewundere. Ich glaube, ich habe SBTRKT zum ersten Mal in der Konzertreihe gesehen. Also wirklich – ich verfolge „Other Voices“ schon seit meiner Kindheit … Meine Mutter kommt extra her, um mich hier zu sehen. Ich freue mich wirklich wahnsinnig, hier spielen zu dürfen.

Was war dein Highlight 2018?
Das Album rauszubringen war schon echt ein Highlight. Weisst du, man stellt sich sowas so locker vor, aber am Ende ist es wahnsinnig viel Arbeit. Wenn dir die Idee kommt ein Album zu machen, dann denkst du: „Ja klar! Gute Idee!“, aber dann ist es eben doch nicht so einfach das Ganze zu beenden. All die nervigen Teile der Arbeit wie Mischen und Mastering, auf die man wenig Lust hat. Einige der Lieder auf dem Album waren bereits zwei oder vielleicht sogar schon drei Jahre als. Es gehört also wirklich zu den besten Dingen in diesem Jahr, dass ich das zu einem Ende gebracht habe.

Lieber Bienenstich von Aldi

© 2018 Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. / Jens Mackeldey
Abbas und Ewa – Unser Vorschlag ein Spin-Off nach der letzten Staffel 

 

Mit „Gewinnen und Verlieren“ endet die zweite Staffel 4 Blocks und sie endet mit einem Knall. Nicht wirklich im Sinne eines dramatisch befriedigenden Endes, sondern buchstäblich mit einem Knall, der wohl Tonis Frau Kalila das Leben kostet. Es wäre auch sonst alles zu einfach gelaufen für die Hamadys, die vorher ihre Gegenspieler Mohammed, die Tschetschenen und den Polizisten Kutscha scheinbar mühelos vom Spielfeld fegten.
Zunächst schien es als ob alle Stränge bei der Hochzeit von Marouf und Djamila zusammenlaufen würden. Die arrangierte Ehe zwischen den Al-Safis und Hamadys sollten doch den Frieden wieder herstellen, doch Mohammed konnte nicht schnell genug dieses Bündnis verraten, als er die Tschetschenen auf die Hamadys hetzte. Ahmed Hafienes Darbietung als Mohammed Al-Safi war mit ziemlichen Abstand, die beste schauspielerische Leistung dieser Staffel, auch Kida Kodr Ramadan wirkte in ihren gemeinsamen Szenen immer etwas kleiner als er eigentlich ist. So fühlt sich Mohammeds Tod auch weniger befriedigend an als gedacht, letztendlich hat Toni nur Glück, dass Djamila die Al-Safis verraten hat. Warum sie das tat, ist nicht wirklich klar.

Im Finales sieht es zuerst so aus als würde Toni seinen Bruder Abbas an Kutscha und die Polizei verraten, doch dann stellt sich heraus, dass dieser bestochen wurde und dafür für Abbas Unschuld aussagt. Das macht so gut wie gar keinen Sinn, da Kutscha bekanntlich nur noch Monate zu leben hat und wir gelernt haben, dass es sein letztes Ziel im Leben ist, die Hamadys hinter Gittern zu bringen. Nach seiner Kündigung vom Dienst wäre es besser wenn Oliver Masucci nicht für eine dritte Staffel zurückkommt, soll er sich lieber auf die zweite Staffel „Dark“ konzentrieren, wo seine Figur viel mehr funktioniert. Allein dass es die Macher von 4 Blocks nie geschafft haben ein paar Komparsen anzustellen, die andere Polizisten in Kutschas Büro spielen, machte seine Szenen immer wenig glaubwürdig. So war er völlig allein in einem nichtssagenden Büro, nicht in der Lage eine ordentliche Ermittlung zu führen und haute immer cholerisch gegen den gleichen Schrank, wenn wieder ein Hamady entwischt war.

Dafür ist Abbas jetzt wieder auf freiem Fuß, man sollte lieber nicht darüber nachdenken wieso, dessen Storyline diese Staffel doch etwas eingeschränkt war. Seine Szenen mit Ewa funktionieren am besten, wenn man sie als Comedy sieht, diese beiden viel zu lauten Charaktere auf der Flucht, die nicht aufhören sich gegenseitig zu beleidigen. „Abbas und Ewa“ wäre auf jeden Fall ein lustiges Spin-Off.

Neben dem Bandenkrieg und dem Comedyspinoff kommt noch das Familiendrama. Amara und Latif brauchen dringend einen Beziehungstherapeuten, denn seine Frau zu einer Landstraße zu fahren und mehrmals „Ich verstoße dich.“ zu nuscheln ist nicht sehr konstruktiv für eine vertrauensvolle Beziehung. Almila Bagriacik als Amara versucht mit aller Kraft dieser Szene emotionale Tiefe zu geben, doch Massiv gibt ihr nicht viel zurück und stößt hier etwas an seine schauspielerischen Grenzen. Warum war Latif eigentlich bei fast keiner Aktion seiner Familie im Kampf gegen die Al-Safis zu sehen? Amara wollte letzte Staffel die Hamadys und ihren Mann noch unbedingt verlassen und in der zweiten ist sie beiden seltsam treu, bis zum letzten Moment, indem sie mit gar nichts mehr dasteht.

 

© 2018 Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company / Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. / Jens Mackeldey
Showdown zwischen Kutscher und Toni

„4 Blocks“ startete stark in sein Sophomore-Staffel, aber es gelang nicht wirklich die verschiedenen Handlungsstränge überzeugend zu Ende zu erzählen. „4 Blocks“ ist nach wie vor stylisch und unterhaltsam, aber manchmal auch blödsinnig oder sogar peinlich, wie als Marouf nichts besseres einfällt als seiner Fast-Frau Djamila nachzurufen: „Du siehst sehr schön aus.“.

Aber vielleicht sollte „4 Blocks“ sich das in der dritten Staffel zu eigen machen, sich weniger ernst nehmen und mehr wie Abbas und Ewa sein. Die beste Szene der Staffel kommt auf jeden Fall in der fünften Folge als Ewa Abbas in seinem geheimen Versteck besucht und Ewa ihren Geliebten sofort anpflaumt:“ Geht’s noch du Arsch? Stinkt hier voll.“. Und der moderne Mafiosi Abbas Hamady, ein führendes Mitglied eines Clans auf der Flucht von einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mord erwidert mit voller Inbrunst: „Darf ich auch mal kacken?“

 

Autor, Joram Bick

Das geht! Die besten Parties vom 31. November – 3. Dezember

Salon zur Wilden Renate

Freitag, 31.11.

 

Paper /w. Baba Stiltz, Benedikt Frey, Bobby Analog & More im Salon Zur Wilden Renate

mit Baba Stiltz, Benedikt Frey, Bobby Analog, Carl Simon, Cleveland, Julian Stetter, Kasper Marott, Manuel Fischer und Tereza

Spassig dürfte en in der Renate werden, wenn Baba Stilitz hinter den Tellern steht und Housemusik spielt, welche mach einen an die 90er-Jahre zurückdenken lässt, manchmal aber auch Techno, Acid, Ambient oder Electronica – die Vielseitigkeit des Schweden ist beeindruckend und lässt von dieser Freitagnacht einiges zu erwarten!  (Salon Zur Wilden Renate, Alt Straulau 70, Berlin-Friedrichshain, S-Bahn Treptower Park/Ostrkeuz)

 

 

Deep Fried 46 im ://about blank

mit Pfirter, BNJMN, Tasha, Schoppen Wittes, Trus’Me, Monty Luke und Sandilé

Ein wunderbares Line-Up wird am Freitag im ://about blank zu geniessen sein, wenn die 46. Ausgabe der Deep Fried-Partyreihe steigt. Dieses Mal mit mehr Techno als bei den vorherigen Ausgaben der Deep FriedI-Reihe, aber auch mit funky, souligem Sound von TRUS’ ME.
(://about blank, Markgrafdamm 24c, Berlin-Friedrichshain, S-Bahn: Ostkreuz)

 

 

 

Samstag, 01.12.

Tresor Meets Drone im Tresor

mit Legowelt, DJ Richard, Andrés Zacco, Daniel Avery, Richard Fearless, Drowned und Errorbeauty

Legowelt ist bekannt für seinen vielfältigen Stil, welcher oftmals nur schwer zu beschreiben ist. Ob schwirrender Elektro, experimenteller Techno, deepem Electronic oder Musiksphären, für die es (noch) gar keinen Namen gibt.  (Tresor, Köpenickerstrasse 70, Berlin-Mitte, U-Bahn Heinrich-Heine-Strasse)

 

Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze am Ende des Artikels

 

 

8 Years Voyage Voyage – The Final Edition im Salon Zur Wilden Renate

mit Curses, Africaine 808, Pardon Moi, Cabaret Nocturne, Clandestino, Golden Bug, The Swift, 22Rockets, Salto Honduras, Holden Sinclair und GHETTODSICO3000

Nach fast 50 Parties und acht Jahren, beendet die Partyreihe Voyage ihre Reise und lädt zu einem letzten Tanz ein. Für die dafür würdige Klangkulisse sorgen unter anderem Pardon Moi mit analogen Synthezisern und retro-futuristischer-dance-music, sowie der basshaltige Sound des aus Paris stammende Golden Bug. (Salon Zur Wilden Renate, Alt Straulau 70, Berlin-Friedrichshain, S-Bahn Treptower Park/Ostrkeuz)

 

 

Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze am Ende des Artikels

 

Autor, Peter Koenitz