„Nineties Berlin“ zeigt das wilde Berlin der 90er-Jahre

Foto: Marcus Bläsing

Zwischen Mauerfall und Subkultur: Die Multimedia-Ausstellung Nineties Berlin des DDR-Museums in der alten Münze lässt die 90er Jahre wieder aufleben. Durch die Räume wandert man am besten mit dem Handy in der Hand, um zusätzliche Informationen von dem Guide zu bekommen, den man zuvor kostenlos heruntergeladen hat. Die Zeitreise kommt bei den Besuchern gut an und wegen der großen Nachfrage und des guten Feedbacks wird Nineties Berlin nun als Dauerausstellung betrieben.

Ab 2019 wird es außerdem eine Vielzahl an Sonderausstellungen geben. Ab dem 18. Januar dürfen sich alle Sneaker-Heads auf „Sneakers of the Nineties“ freuen, welche gemeinsam mit den Streetwear-Experten vom Overkill Shop organisiert wird. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres „30 Jahre Loveparade“ gibt es am 10. Januar zudem einen Live Talk mit Protagonisten der frühen Berliner Technoszene. Das Motto: Clash der Großraves: 1st Mayday vs. Tekknozid

Foto: Marcus Bläsing

Hintergrund der Talkrunde: Im Winter nach der Loveparade 1991 kam es zu einer denkwürdigen Woche in der noch jungen Technogeschichte Berlins. Innerhalb von einer Woche fanden zwei Großraves in derselben Location statt – der Halle Weißensee. Während Tekknozid mit „The biggest Rave ever“ warb, ging die erste Mayday mit dem Motto „Best of House and Techno“ an den Start. Beide Veranstaltungen lieferten sich eine Werbe- und Veranstaltungstechnikschlacht, wie es sie bis dahin noch nie gegeben hatte. Mayday verzeichnete 5.600 Besucher, Tekknozid hatte über 3.000 Gäste und wurde danach für lange Zeit eingestellt. Die anschließenden Konflikte zwischen den Organisatoren führten dazu, dass sie über Jahrzehnte lang kein Wort mehr miteinander wechselten, sondern lediglich übereinander. Nach 27 Jahren Funkstille trafen sich Jürgen Laarmann (damals Mayday) und Wolfram „Wolle“ Neugebauer (Tekknozid) erstmals wieder und fanden durch den Austausch zahlreiche neue Aspekte des damaligen Konflikts, die der Geschichtsschreibung eine neue Wendung geben. Im Live-Talk diskutieren sie frei nach dem 1000 Tage Techno Motto „Now it can be told“ mit dem einzigen DJ, der damals bei beiden Veranstaltungen aufgelegt hat: DJ Tanith. Moderiert wird die Veranstaltung von Musikjournalist Ralf Niemczyk (damals Spex/heute Rolling Stone) und Julia Friese (freie Autorin, u.a. Die Welt). Die Türen öffnen um 19 Uhr und Tickets gibt’s unter: https://nineties.berlin/de/tickets/1000-tage-tec

Nieties Berlin, täglich 10 bis 20 Uhr in der Alte Münze, Molkenmarkt 2, Eintritt 12,50 Euro, ermäßigt 8,50 Euro

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