Musik die leuchtet: The Blaze

Paul Rousteau
The Blaze, Bild: Paul Rousteau (Promo Beats International)

„Blaze“, das bedeutet so viel wie „helle Flamme“ oder „die Feuersbrunst“ und damit trifft der Name des Pariser Duos The Blaze exakt das Gefühl, was man verspürt, wenn man ihre Musik hört. Die beiden Cousins produzieren eine starke Mischung aus Elektro-Pop und Tech-House, die zum Tanzen anregt aber auch durch Texte und Melodien besticht. Am 7. September 2018 erscheint ihr Debütalbum „Dancehall“ (auf Animal 63/Believe) nachdem sie im Sommer einige der wichtigsten Festivalbühnen bespielt haben.

 

 

The Blaze haben eine recht steile Karriere hingelegt und das mag durchaus daran liegen, dass sie mit ihrer Musik den Nerv der Zeit treffen. Ihre 2017 veröffentlichte EP „Territory“ überzeugte bereits mit starken Stücken wie „Virile“ (übersetzt „männlich“). Kraftvolle Beats, melodische Synthies, ein bisschen Autotune – das klingt nach den meisten Releases im vergangenen Jahr, doch die Musik von The Blaze spielt in einer anderen Liga. Grund dafür sind unter anderem ihre Texte, die politische Meinungen enthalten aber nicht clichéhaft rüberkommen. Sie vermitteln, dass man stark und gleichzeitig liebevoll sein kann, dass Männlichkeit und Sensibilität sich nicht ausschließen und dass die Generation der Millenials nicht nur Egozentriker sind, sondern Verantwortung für die Welt da draußen übernehmen („Juvenile“).

 

 

Ihr Debütalbum „Dancehall“, auf dessen Cover ein Plattenbau (sogenannter HLM) der Pariser Banlieues prangert, geht es auch um Liebe und Freiheit („Breathe“), Lebensträume („Heaven“) und Orte der gelebten Sorglosigkeit („Places“). Es ist eine lebensbejahende Platte, auch wenn Melancholie durch die Filter auf den Stimmen und Nervosität durch einzelne, schnelle Passagen aufkommt. Das Stück „Rise“ erinnert von der Stimmung her an ein anderes Pariser Duo, Justice. Diese beiden hatten 2007 mit „Stress“ auch einen Track geliefert, der in Klang die Rastlosigkeit und den Unmut einer Generation aus den Pariser Vorstädten übersetzt hat. Eine Decade später hat sich die damalige Situation der Jugendlichen nicht wesentlich verbessert und das hört man auch auf „Dancehall“. So düster wie bei Justice geht es bei The Blaze allerdings nicht zu, sie wenden sich eher den Auswegen zu („Runaway“). Wie eingangs zu ihrem Namen gesagt: ihre Musik wärmt, sie feuert an und beeindruckt durch ihre Tiefe.

Dancehall erscheint am 7.9.2018 auf Animal 63/Believe und kann hier vorbestellt werden.

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