Filme im Juli 2017: Spinnen, Space-Cops und musikalische Raserei

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„Spider-Man: Homecoming“ – Wiedergeburt im Marvel-Universum

Der Titel des neuen „Spiderman“-Teils passt diesmal auch im übertragenden Sinne. Jahrelang brachte Sony – zuletzt mit ernüchternden Ergebnissen – die Abenteuer des Spinnfäden schießenden Superhelden auf die Leinwand. Nun übernimmt im neuen Teil Marvel („Avengers“) selbst das Ruder. Und das bedeutet zum dritten Mal in den letzten 15 Jahren einen Neustart der Saga. Wobei uns Marvel ein weiteres Aufkochen der Ursprungs-Geschichte zum Glück erspart. In „Spider-Man: Homecoming“ besitzt Peter Parker (Tom Holland) seine Kräfte bereits. Nun arbeitet er verzweifelt daran, sein Doppelleben als Superheld mit dem regulären Highschool-Alltag unter einen Hut zu bekommen. Keine leichte Aufgabe, obwohl ihm „Iron Man“ Tony Stark (Robert Downey Jr.) zur Seite steht. Noch komplizierter wird es, nachdem Peter auf die Abschussliste des rachsüchtigen Schurken Vulture (Michael Keaton) gerät. – Mit knappen 20 Minuten Leinwand-Präsenz stahl Neu-Spidey Tom Holland bereits in „Captain America: Civil War“ den anderen Stars die Show. Da stehen die Chancen gut, dass ihm sein erster Film unter eigener Flagge zum Superstar macht.  (Kinostart: 13. Juli)

„Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ – Verschwörung im Space-Metropolis

Lange habe ich nicht mehr so mit mir ringen müssen, ob ich einen Film in diese Liste aufnehme. Doch letztlich sind Luc Bessons ambitionierte Filme selbst wenn sie scheitern noch faszinierend. Auch wenn sie von grotesken Plotlöchern wie „Das Fünfte Element“ oder „Lucy“ zerfressen sind, das Feuerwerk der Fantasie nötigt stets Bewunderung ab. Auch seine im 28. Jahrhundert angesiedelte Verfilmung des Science Fiction-Comics „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ dürfte da keine Ausnahme darstellen. Darin gehen die Geheimagenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) einer Verschwörung in der Mega-Metropole Alpha nach. Dort leben die verschiedensten Spezies aus dem ganzen Universum friedlich zusammen – aber der Schein trügt. Ob Besson der Komplexität der gefeierten Comic-Vorlage gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Aber zumindest steht uns schon mal ein visueller Augenschmaus ins Haus. (Kinostart: 20. Juli)

„Dunkirk“ – Christopher Nolan zieht in den Krieg

Dank Filmen wie „The Dark Knight“ und „Inception“ ist Christopher Nolan der König des intelligenten Hollywood-Blockbusters. Nun will der Brite es Steven Spielberg nachmachen: statt eskapistischem Science Fiction-Szenario folgt nun ein „ernsthaftes“ Kriegsdrama. In „Dunkirk“ erzählt Nolan die Geschichte der über 300.000 britischen und französischen Soldaten, die im 2. Weltkrieg von der Wehrmacht im französischen Dünkirchen belagert wurden. Die Lage scheint hoffnungslos. Doch das Oberkommando versucht die Festgesetzten in einer spektakulären Rettungsaktion zu evakuieren. Spannend, ob Christopher Nolan auch auf neuem filmischen Terrain überzeugen kann, das sich weniger für clevere Drehbuch-Tricks eignet. Die bisherige Erfolgsbilanz des Regisseurs spricht schon mal für ihn. (Kinostart: 27. Juli)

„Baby Driver“ – Eine Massenkarambolage wie ein Musical

Edgar Wright mag kein Garant für Rekorde an den Kinokassen sein, aber wenn der britische Regisseur einen neuen Film herausbringt, scheint das Wort „Kult“ bereits ins Negativ eingraviert: „Shaun Of The Dead“, „Hot Fuzz“, „Scott Pilgrim Vs. The World“ zeugen davon. Sind Wrights bisherige Filme eher mehr oder wenige skurrile Komödien, mixt „Baby Driver“ stylishes, britisches Gangsterkino à la Guy Ritchie mit Musical! Denn Hauptfigur Baby (Ansel Elgort) fährt Fluchtwagen und stimmt seine seine halsbrecherischen Verfolgungsjagden zu Musik ab. Trotz dieser unorthodoxen Arbeitsweise ist Baby der Beste in seinem Job. Doch dann will er aus Liebe zur Kellnerin Deborah (Lily James) aussteigen – sehr zum Missfallen seiner kriminellen Auftraggeber (Kevin Spacey, Jamie Foxx und Jon Hamm). Die Story mag nach „Der letzte Job geht schief“-Klischee klingen. Doch wie immer bei Edgar Wright gibt der höchst kreative, bis ins kleinste Detail gehende Style hier den Ton an. Und der allein macht „Baby Driver“ schon zum Opus Magnum für Coolness dieses Kinojahr. (Kinostart: 27. Juli)

 

(Foto: Marvel’s Captain America: Civil War – Spider-Man/Peter Parker (Tom Holland), Film Frame, © Marvel 2016)

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