Keine „Fête de la Musique“ 2018 in Berlin?

Fete de la Musique 2017, Berlin by Robert HerholdRobert Herhold
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Sonnenschein auf der „Fête de la Musique“ 2018 in Berlin – Krach hinter den Kulissen. Chefin Simone Hofmann will nicht mehr das stadtweite kostenlose Musikfestival organisieren, das sie seit 1995 verantwortet. Grund: sie weiß nicht, wieviel Geld sie 2018 zur Organisation aufwenden kann. Dazu kommt noch Stress und mangelnder Respekt: obwohl der Berliner Senat die Veranstaltung beauftrage, gehe ein Fünftel ihrer Arbeitszeit für „unwürdige Bettelei“ drauf, damit das Budget zusammen kommt, sagt sie der Berliner Morgenpost am 22. Juni.

Organisation der „Fête“, Öffentlichkeitsarbeit und GEMA kosteten 2017 ungefähr 130.000 Euro. Sie werden hauptsächlich aus Mitteln bezahlt, welches das Land Berlin durch Lotto-Einnahmen verteilen kann. Auf diese Weise hangelte sich die Fête in der Vergangenheit von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig erhöhten sich die Ausgaben, beispielsweise durch die Erhöhung der Abgaben an die Urheberrechtsgesellschaft GEMA.

Für 2018 sollte die Finanzierung eigentlich umgestellt werden: kein unsicheres Wirtschaften mehr, sondern verlässliche Finanzierung. So wollten es die Organisatoren, so will es auch der Senat. Doch bei der „Fête“ gibt es Schwierigkeiten: Lotto-Geld soll 2018 nicht mehr fließen, so seien die Absprachen, sagt Simone Hofmann in einer Pressemitteilung. Diese 88.000€ müssten ersetzt werden.

Die verantwortliche Kulturbehörde kann derzeit nur zusichern, dass Geld eingeplant wird – wie hoch die Summe genau sein wird, sagt sie noch nicht. Bekannt gegeben wird die Summe, mit welcher die „Fête“ 2018 planen kann, erst im Juli. Beschlossen und gezahlt wird erst im Spätherbst, wenn das Berliner Abgeordnetenhaus die Verteilung sämtlicher Geldmittel für 2018 beschließt. Ob dabei auch die Wünsche der Fête-Organisatorin berücksichtig werden, das Organisationsbudget um ungefähr ein Drittel aufzustocken, ist unsicher.

Der Ärger erinnert an die Querelen um den „Karneval der Kulturen“. Hier wechselte das Organisationsteam bereits Ende 2016. Der Zeitverzug bei der Planung wurde dadurch so groß, dass es im Frühjahr Probleme gab, genug Sicherheitskräfte für die Veranstaltung aufzutreiben.

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