Filmhighlights im März: Priester, Mutanten und der Weg des Erwachsenwerdens

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„Logan – The Wolverine“ – Die Letzten werden die Ersten sein.

Die „Wolverine“-Filme haben eine vielseitige Rezeptionsgeschichte. „X-Men Origins: Wolverine“ – der erste Film der Seitenlinie innerhalb des „X-Men“-Universums – gilt als der Schlechteste des gesamten Franchises. Seine Fortsetzung kam okay an. Der neue Teil „Logan“ hingegen wird nun sogar ernsthaft als Kandidat für einen Oscar im nächsten Jahr gehandelt. Der Film spielt in einer dystopischen Zukunft des Jahres 2029, in der fast alle Mutanten ausgestorben sind. Zu den wenigen Überlebenden zählen namensgebender „Logan“, besser bekannt als Wolf-Mensch Wolverine (Hugh Jackman), und der inzwischen greise Professor X (Patrick Stewart). Ihr Einsiedlerleben wird beendet, als sie ein junges Mädchen namens Laura (Dafne Keen) beschützen sollen, denn sie ist erste neue Mutantin seit langer Zeit. „Logan“ basiert lose auf die gefeierte Comic-Serie „Old Man Logan“ und fällt komplexer, härter und emotionaler aus als sämtliche vorherigen „X-Men“-Filme. Fans und Kritiker sind von diesem Kurswechsel begeistert. (Kinostart: 2. März)

 

„Silence“ – Losing My Religion

Im 17. Jahrhundert hatte sich Japan nahezu vollkommen von äußeren Einflüssen abgeschottet. Ausländern war unter drakonischen Strafen verboten das Land zu betreten. In „Silence“ kommen zwei portugiesische Priester (Andrew Garfield und Adam Driver) trotzdem in das Reich, um ihren dort verschollenen Mentor (Liam Neeson) zu suchen. Die Reise wird die Geistlichen nicht nur körperlich an ihre Grenzen bringen, sondern auch ihren Glauben auf eine harte Probe stellen. Bereits seit 1990 versuchte Martin Scorsese den gleichnamigen Roman von Shūsaku Endō zu verfilmen. Nach Jahrzehnten entstand nun ein bildgewaltiges Glaubensdrama – eines der Lieblingsthemen des Regisseurs -, das sicher nicht jedermanns Sache ist. Wer sich jedoch auf atmosphärisches, langsam erzähltes Kino einlassen kann, kann einen Blick riskieren. (Kinostart: 2. März)

 

„Moonlight“ – „Boyhood“ auf die harte Tour

Mit einiger Verspätung kommt „Moonlight“ in die Kinos hierzulande – das emotionale Coming-of-Age-Drama, dass in einer denkwürdigen Zeremonie den Oscar für den Besten Film 2017 verliehen bekam. In drei Episoden erzählt der Film das Aufwachsen seiner Hauptfigur Chiron (Alex Hibbert/Ashton Sanders/Trevante Rhodes) vom 9-jährigen Jungen bis zum Erwachsenen. Ein bisschen erinnert das an „Boyhood“ von Richard Linklater. Doch im Vergleich zur Vorstadt-Idylle der amerikanischen weißen Mittelschicht, muss sich in „Moonlight“ Protagonist Chiron mit einigem mehr herumschlagen: dem Aufwachsen in einem Armutsviertel von Miami, einer Crack-süchtigen Mutter und der Feindseligkeit seines Umfelds, wenn er anfängt seine Homosexualität zu leben. (Kinostart 9. März)

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