Soundcloud im Angebot: Das Bieter-Karussell dreht sich weiter

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Wenn es ein Unternehmen gibt, welches seinen Siegeszug aus der Berliner Start Up-Szene heraus angetreten hat, dann ist es Soundcloud. Doch in den letzten Jahren gab es viel Stress für das Unternehmen: DJs und Musiker wurden durch Copyright-Chaos verärgert und Nutzende durch das Preismodell, das nicht so einfach zu begreifen war. Das Ergebnis: Verluste. Weder die Platzierung von Werbung noch Abonnement konnte 2016 dafür sorgen, dass die Soundcloud Geld verdiente, stattdessen häufte das Unternehmen 2015 mehr als 50 Millionen Euro Verlust an. 2016 dürfte es auch keinen Gewinn gegeben haben, denn nach Verträgen mit Labels muss Soundcloud mittlerweile Geld für Rechteinhaber abdrücken. Langsam wird bei Soundcloud das Geld knapp!

Auch die Soundcloud-Gründer kennen die Bilanzen. Deshalb wollen sie ihr das Schicksal ihres Unternehmens lieber in andere Hände legen. Bereits seit Jahren versuchen sie Soundcloud zu verkaufen. Gespräche gab es schon mit Twitter und Spotify. Doch bislang diese immer ins Leere. Es wird gemunkelt, dass potentielle Käufer nicht die 1 Milliarde Dollar bezahlen wollten, die den Betreibern vorschwebte. Doch auch 2017 dreht das Bieter-Karussell munter weiter. Das Branchenportal Music Business Worldwide nun erfahren haben, dass sich mit Google bereits der nächste Interessent gefunden. Doch Google, das bereits mit YouTube Red und Google Play beim Markt für Musikstreaming mitmischt, will höchstens eine halbe Milliarde Dollar für das Berliner Unternehmen hinblättern.

Allerdings ist der Kauf von Soundcloud auch nicht ohne Risiko. Zwar haben sich die Berliner inzwischen mit den meisten Musiklabels geeinigt und den 3 großen Majors Universal, Warner und Sony sogar Firmenanteile überlassen, doch über den Erfolg ihres Premium-Services Soundcloud Go schweigen sie sich aus. Das Wirtschafts-Magazin Bloomberg Businessweek schätzt jedoch, dass es nicht einmal 250.000 Nutzer gibt. Das wären lediglich knapp 0,6 Prozent der Nutzer, die der Bezahlservice des schwedischen Branchen-Primus Spotify hat. Das wirkt sich auch auf den Wert des Unternehmens aus.

Für Google könnte sich die Investition dennoch lohnen. Zum einen um einen potentiellen Konkurrenten loszuwerden, zum anderen als zusätzliche Starthilfe für den eigenen Service YouTube Red, welcher 2017 auch in Europa starten soll.

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