Spreepark: Kein Disneyland, kein Märchenwald – Aber was dann? (UPDATE)

Spreepark_flickr: mompl_CC BY-NC-ND_2.0

Ein bisschen was tut sich im Spreepark, der bald aus seinem Märchenschlaf erwachen soll. Seit die landeseigene Grün Berlin GmbH den DDR-Freizeitpark am 1. Januar 2016 übernommen hat (BLN.FM berichtete), sind Wildwuchs, Unkraut und Gestrüpp verschwunden. Einige unbekannte Rummel-Reste sind dabei unter dem Unkraut zum Vorschein gekommen. Das ehemalige Ausflugslokal „Eierhäuschen“ wird schon denkmalgerecht saniert. Dennoch ist die Brache übersät mit Müll und von Vandalismus gezeichnet. Aber das ist nur der Anfang: Der abgesperrte Lost Place in Berlin-Treptow soll wieder eröffnet werden – mit dem Riesenrad als Erinnerung an die eigene Vorgeschichte.

Doch was genau soll auf dem Gelände passieren? Über 800 Menschen folgten der Einladung des neuen Besitzers in die Werkstatthalle des DDR-Rummels, um über die Pläne zu diskutieren und eigene Ideen zur Neugestaltung des Geländes einzubringen. „Jurassic Park-Kulisse“ und die wilde Atmosphäre sollen bleiben- wenn es nicht zu viel kostet und Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden können, sagten die Verantwortlichen. Und der Berliner Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) stellte die Bewilligung öffentlicher Gelder in Aussicht, um den Park wieder flott zu bekommen.

Sehr viel mehr Konkretes gibt es bisher leider nicht – allenfalls herrscht Klarheit darüber, was nicht passieren soll: der „Kulturpark 2.0″ – wie der Betreiber das Projekt nennt – soll kein Disneyland werden. Auch das Berliner Wohnungsproblem soll hier  nicht gelöst werden. Und ein urwüchsiges Wald-Biotop soll auch nicht entstehen.

Für 2016 will der Eigentümer Grün Berlin ingesamt zehn Millionen Euro in das Gelände investieren, bei allein zwei Millionen Euro, die benötigt werden, um das Gelände zu sichern. Für sieben Millionen wird das so genannte „Eierhäuschen“ renoviert, in dem zur Hälfte Künstlerateliers entstehen sollen. Übrig bleibt also eine Million, um den Kulturpark zu sanieren – weshalb die Lösung  jetzt „von unten“ kommen soll. Einige der bislang eingebrachten Vorschläge ähneln den vertrauten Schlagworten der Berliner Stadtplanung: ein bisschen Kunst soll entstehen, Kultur natürlich, Tourismus selbstredend. Aber bitte kein Lärm. Daneben wurde häufig der Wunsch geäußert, die alten Fahrgeschäfte wieder flott zu machen. Aber auch Trimm-dich-Pfad, Minigolfanlage, BMX-Skaterbahn oder Graffiti-Park wurden genannt. Auch ein Festival-Gelände wird gewünscht, oder lieber gleich ein Spree-Strandbad am „Eierhäuschen“.

Aus den gesammelten Ideen sollen Experten dann Konzepte erarbeiten und bei Folgeveranstaltungen vorstellen. Bis im Frühling 2017 dann ein „flexibles Rahmenkonzept“ stehen soll. Geduld sei aber gefragt betont Senator Andreas Geisel: der Spreepark wird nur durch „viele kleine Küsse“ zum Leben erweckt.

UPDATE 30.7.2016:

Spreeparkfans, Touristen und Neugierige müssen aber nicht bis zum Kuss des Erwachens warten. Ab dem 31.7. gibt es regelmäßige Führungen über den Geister-Rummel, dort wo das Gelände sicher ist. Dazu hat Grün Berlin die Agentur Runze & Casper beauftragt. Für 5 Euro ist man dabei, die Führungen sollen alle zwei Wochen statt finden. Die erste Führung morgen sei bereits ausgebucht, so Runze & Casper zu BLN.FM. Demnächst werde auf der Homepage der Grün Berlin ein Onlineshop zur Ticket-Buchung eingerichtet.

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(Foto Riesenrad: mompl, (CC BY-NC-ND 2.0))

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