Filmhighlights im Juni: Geister, Models und Punks gegen Nazis

Green Room Szenenbild Promo Still Shot

 

 

„The Nice Guys“ – Gewalt, One-Liner und Verschwörungen

Anfang der 1990er galt Drehbuchautor Shane Black, dank „Lethal Weapon“ und „Last Boy Scout“ als der Meister des Buddy-Cop-Movies. Und sein 2005 erschienenes Regiedebüt „Kiss Kiss Bang Bang“ wird wohl auf ewig auf Listen der besten Filme, die kein Schwein kennt, auftauchen. Nach einem kurzen Ausflug ins Superhelden-Genre („Iron Man 3“) kehrt Black mit „The Nice Guys“ nun zu seinen Wurzeln zurück. Diesmal hat es ihn dabei in die späten 1970er verschlagen: Zwei abgehalfterte Privatdetektive (Russell Crowe & Ryan Gosling) sollen die Tochter einer Richterin aus den Fängen der Mafia retten. Doch bei ihren Ermittlungen erkennen die beiden, dass deren Entführung lediglich ein kleines Puzzlestück einer großen Verschwörung ist. Bereits die irrwitzigen Trailer zu „The Nice Guys“ verraten: der Film lebt ganz von seinen beiden Hauptdarstellern. Während Russell Crowe als harter Hund dem Affen ordentlich Zucker gibt, darf ein vertrottelter Ryan Gosling gegen das eigene Image anspielen. Dazu gibt es Shane Blacks patentierte Mischung aus schrägen Charakteren, abgedrehter Action und Jokes im Sekundentakt. (Kinostart: 2. Juni)

 

„Green Room“ – Überlebenskampf im Backstage-Bereich

Punks und Nazis geraten ja gerne mal aneinander. Doch nur selten geht es dabei so sehr zur Sache wie bei „Green Room“. In dem Film tritt eine Punkband in einem Club auf, der sich als Nazi-Schuppen herausstellt. Als sich die Band nach dem Auftritt in den Green Room zurückzieht, eskaliert die Situation. Eine Gruppe Neo-Nazis (mit einem kaum wiederzuerkennenden Patrick Stewart als deren Anführer) setzt die Band fest, und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Mit seinem letzten Film „Blue Ruin“ sorgte Regisseur Jeremy Saulnier für einiges Aufsehen in der US-Indieszene – eine verstörende, ultrabrutale Studie über menschliche Fehlentscheidungen und eskalierende Gewalt. In „Green Room“ knüpft er nun direkt an diese Themen an und legt sogar noch eine Schippe drauf. Sicher kein Film für schwache Nerven. (Kinostart: 2. Juni)

 

„Everybody Wants Some!!“ – Zurück in die Schule

1993 wirbelte Richard Linklater das Independent-Kino mit der Coming-of-Age-Tragikomödie „Dazed And Confused“ auf. Darin verfolgte er eine Gruppe von Schülern Mitte der 1970er durch ihren letzten Tag an der Highschool. 23 Jahre später legt er nun mit „Everybody Wants Some!!“ einen Film vor, der wie eine Fortsetzung zu „Dazed And Confused“ wirkt. Diesmal verfolgt Linklater die ersten Schritte des Baseball-Spielers Jake (Blake Jenner) an der Uni im Jahr 1980. Und wer Linklaters letzten Film „Boyhood“ gesehen hat, weiß: mehr als das „normale Leben“ braucht der Regisseur nicht, um eine spannende, berührende Geschichte zu erzählen. Bloß dass es diesmal keine 12 Jahre gedauert hat, den Film fertig zu stellen. (Kinostart: 2. Juni)

 

„The Conjuring 2“ – Neue Spukgeschichten der Geisterjäger

„The Conjuring“ eroberte 2013 Horror-Fans in aller Welt. Der auf den „wahren“ Fällen der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren basierende Film gehört zweifellos zum spannendsten, was das Genre zuletzt zu bieten hatte. Insofern war eine Fortsetzung eigentlich nur Formsache. Nach dem blutleeren Spin-Off „Annabelle“ konnte man aber schon mal den Glauben an die Qualität des geplanten Sequels verlieren. Was Hoffnung macht, ist, dass sowohl Original-Regisseur und Co-Autor James Wan, als auch die beiden Hauptdarsteller Patrick Wilson und Vera Farmiga diesmal wieder mit an Bord sind. (Kinostart: 16. Juni)

 

„The Neon Demon“ – Krieg der Models

Dass Intrigen und verbale Messerstiche mindestens ebenso sehr zum Model-Alltag gehören wie Glanz und Glamour, wissen wir nicht erst seit Germany’s Next Topmodel. „Drive“-Regisseur Nicolas Winding Refn treibt dieses verräterische Spiel in seinem neuen Horror-Thriller „The Neon Demon“ gekonnt auf die Spitze. Darin ist die junge Jesse (Elle Fanning) gerade dabei, im umkämpften Model-Business ganz nach oben zu kommen. Sehr zum Ärger ihrer Konkurrenz, der jedes Mittel recht ist, den ambitionierten Emporkömmling aus dem Weg zu räumen. Der Trailer zum Film verrät schon mal, dass der dänische Kult-Regisseur nichts von seinem visuellen Gespür verloren hat. Mal schauen ob sein „“Black Swan“ in der Fashion-Welt“ – nach dem heftig umstrittenen „Only God Forgives“ – die Herzen der Fans zurück erobern kann. (Kinostart: 23. Juni)

 

(Foto: Green Room, Promo von Universum Film GmbH)

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