Frauenquote verhindert Berliner David Bowie-Strasse

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von Mike Seiler, mit freundlicher Genehmigung

Seit dem 11. Januar trauert die Welt und besonders Berlin um David Bowie. Zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag erlag der Popstar einem Krebsleiden. In Berlin treibt die Gedenkmania ganz besondere Blüten. Der Musiker lebte in Berlin-Schöneberg von 1976 bis 1978 und nahm in den berühmten Hansa-Studios seinen epochalen Song „Heroes“ und drei Alben auf.  Derzeit erinnert noch keine Gedenktafel an ihn – dafür mittlerweile zahlreiche Blumen und Kerzen, die Fans vor dem Eingang seines Wohnhauses hinterlassen haben. Viele Fans wünschen sich nun, dass Berlin den Musiker offiziell ehrt, indem die Straße, auf der David Bowie wohnte, künftig seinen Namen trägt. Auf change.org wurde eine Petition gestartet, in der schon über 10.000 Menschen die offizielle Umbenennung der Hauptstraße in Berlin-Schöneberg in David-Bowie-Straße fordern. Damit muss sich das Bezirksamt Schöneberg und der Berliner Senat mit dem Anliegen beschäftigen.

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In der Hauptstrasse 155 wohnte David Bowie in Berlin. (Detmar Owen / CC-BY-SA-3.0)

Doch die Chancen auf eine David Bowie-Straße in Schöneberg stehen schlecht. Das Berliner Straßengesetz schreibt vor, dass erst 5 Jahre nach dem Tod des Namensgebers eine Straße nach ihm benannt werden darf. Dann entscheidet der Stadtbezirk. Und in Schöneberg gibt es eine weitere Hürde: David Bowie war biologisch ein Mann. Im Berliner Stadtteil gibt es bereits zu viele Straßen, die nach Männern benannt sind. 2014 fasste das Bezirksparalement den Beschluss, Straßen und öffentliche Gebäude nur noch nach Frauen zu benennen, damit Frauen in den Straßennamen im gleichen Umfang wie in der Bevölkerung repräsentiert sind. Bei zirka 50% Frauen in der Bevölkerung gibt es derzeit nach wie vor zu wenig Straßen, die nach ihnen benannt sind. Also wird Berlin als offizielle Ehrung wohl wahrscheinlich „nur“ eine Gedenktafel aufhängen, sagte Daniel Krüger, verantwortlicher Bezirkspolitiker von Tempelhof-Schöneberg zum rbb.

Für eingefleischte Bowie-Fans ist das Argument kurios. Gerade der Popstar war es doch, der in den 1970er Jahren mit den Geschlechterrollen und seiner sexuellen „Nicht-Identität“ spielte und damit provokant sexuelle Mehrdeutigkeit in den Mainstream transportierte. Lies dazu auch die persönliche Würdigung von ED2000, wie David Bowie das bunte Anderssein für viele Menschen möglich machte.

Weiterlesen:

How David Bowie (8.1.1947-10.1.2016) changed the murderous postwar culture

(Fotos: Mike Seiler, Detmar Owen, wikicommons (CC-BY-SA-2.0))

3 Kommentare zu „Frauenquote verhindert Berliner David Bowie-Strasse

  1. Hmm, mich beschäftigt eigentlich viel mehr die Frage, warm es D-B-Straße und nicht mindestens Allee oder aber auch Promenade heißen wird? David-Bowie-Damm ginge natürlich auch 😉

  2. Stairway to Bowie ? Puhaha
    Aber eigentlich wollt ich
    nur quoten: “ Geht doch, weitermachen ! „

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