Bald im Kino: Robert Stadlobers und Tocotronic-Dirks Ego-Show

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Robert Stadlober im seltsamen Nervenanstalt-Kleidchen tobt wie besessen, mit kaltem Schweiß auf der Stirn. Als kaum therapiebares Nervenbündel springt er zusammen mit Tocotronic-Gitarrist Dirk von Lowtzow durch die Zukunftssatire „Anhedonia: Narzissmus als Narkose“. Der Spielfilm, Flaggschiff des deutschen akademischen Pop-Diskurses, kommt Ende März in die deutschen Kinos.

Regisseur Patrick Siegfried Zimmer erzählt von den beiden Aristokraten-Söhnchen Franz (Robert Stadlober) und Fritz Freudenthal (Wieland Schönfelder), die Opfer einer Epidemie geworden sind. 2020 sind Millionen von „Anhedonia“ befallen, welche die Erkrankten in einen undurchdringbaren, mentalen Zustand völliger Leere und Freudlosigkeit versetzt. Verursacht wird die Krankheit durch die vollkommene Reizüberflutung mittels sozialer Medien, übertriebener Karriere-Erwartungen für Jung-Akademiker und den endlosen Auswahlmöglichkeiten von Online-Shops und Flatrate-Angeboten. Psychotherapeut Prof. Dr. Immanuel Young (Dirk von Lowtzow) ist der einzige, der den beiden jungen Männern helfen kann: er verfrachtet sie zur Lust-Stimuli-Therapie auf die Insel „Seelenfrieden“.

Satirisch und ironisch schwankt „Anhedonia“ offenkundig zwischen Trash und Hochkultur. Der Hamburger Künstler Patrick Siegfried Zimmer kommentiert das soziale Nebeneinander in der postdigitalen Gesellschaft und das Milieu der akademischen Pop-Elite. In seinem Debüt ist er nicht nur Regisseur, sondern auch Produktionsdesigner und Kostümbildner, Komponist und Musiker. Ein Film über Egomanie, ganz egomanisch produziert – nicht nur die einzige Ebene, in der Fiktion und Realität verschwimmen. Der offizielle Kinostart ist der 31. März 2016.

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(Fotos: Szenen aus dem Film, PSZ Pictures, Promo)

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