Rocken Neonazis das Kreuzberger Chesters?

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Im kleinen Kreuzberger Club, wo sonst Techno- und Basspartys steigen, traten im Dezember Neonazis-Bands auf, behauptet das Blog vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin rechtsaußen. Die Antifaschisten haben entdeckt, dass am 12.12.2015 der Berliner Elektrorock-Musiker Sacha Korn mit Band auftrat. Auf der Facebook-Fanpage des Musikers selbst sind Bilder vom Auftritt zu finden.

Mehrere Lieder von Korn tauchten 2012 auf der indizierten Schulhof-CD der NPD auf. Ein Versehen, sagte der Musiker danach, doch auf der Facebook-Präsenz des „100% politische unkorrekten“ Musikers wird schnell klar, das er mit patriotisch-nationalistischem Getrolle vor allem unter #Pegida-Wutbürgern und Aluhut-Trägern Fans hat. Auf YouTube verbreitete er seit Jahren stolz die „Deutschland, Deutschland über alles“-Version der Nationalhymne.

Der Chesters-Betreiber Leo Kappner reagierte nun auf Facebook: Bis Dato bin ich nicht davon ausgegangen, dass es in einem Kreuzberger Club, der so ein buntes Programm anbietet wie ich, von Nöten ist, die Geschehnisse auf der Bühne zu kontrollieren. Denn bisher bot das Chesters Fremdveranstaltern einfach an seine Räume zu mieten – die inhaltliche Verantwortung gab er ab. Eine gute Gelegenheit, die auch zahlreiche Veranstalter von elektronischen Underground-Partys zu schätzen wussten.  Auch bei Partys der „Schwarzen Szene“, die im Chester stattfanden, wurde Musik von Bands gespielt, die auf dem schmalen Grat zur ästhetisierender Fascho-Ideologie balancieren, berichtet Berlin rechtsaußen.

Am Konzertabend im Dezember war Leo Kappner selbst nicht vor Ort, sagt er auf Facebook. Nach der Veranstaltung bemerkte es menschenfeindliche Aufkleber die die Besucher der Sacha Korn-Konzerts hinterlassen hatten. Diese Aufkleber habe er umgehend entfernt, sagt der Chesters-Betreiber. Dennoch ist der Ruf des Chesters jetzt ruiniert. Dazu beigetragen hat ein weiterer Post des Klubs vom ersten Weihnachtsfeiertag, der einen Nebeneffekt der Aufregung zwar treffend beschreibt, aber unpassend für Veranstaltungswerbung nutzt: „Danke AUCH an alle Haters die dazu beigetragen haben, dass unsere Beiträge auch über Weihnachten TOP AKTUELL geblieben sind und dadurch ohne, dass ich gross Promo machen musste, die Zusagen für unsere kommenden Veranstaltungen ordentlich gestiegen sind!“

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(Foto: BLN.FM)

Eine Kommentar zu „Rocken Neonazis das Kreuzberger Chesters?

  1. Sehe auch so das Problem nicht. Jeder Club muss sich ueber Wasser halten und ein bisschen politische Toleranz in beide Richtungen sollte doch sein.
    Besser als Clubsterben.

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