Heimat ist, was man isst

Elisabeth Bracun hat uns den "Happy New Food"  Kalender vorgestellt und das Konzept hinter dem Projekt erklärt
Elisabeth Bracun hat uns den „Happy New Food“ Kalender vorgestellt und das Konzept hinter dem Projekt erklärt

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann fällt mir immer Quark und Kartoffeln a là Oma ein. Keine Kräuter oder Leberwurst. Nur mit Quark,  Salz und Leinöl. In Gedanken sitze ich bei meiner Oma am Küchentisch, die Füße hängen auf halber Höhe zwischen Stuhlbein und Fußboden und im Radio kommt „MDR1 – Radio Sachsen“. Bestimmte Gerichte sind eben mehr als mehr oder weniger wohlschmeckende Mittel, den Hunger abzustellen. Das weiß auch Elisabeth Bracun. Die BLN.FM-Autorin kochte mit drei geflüchteten Männern zwölf Rezepte aus deren Heimat in Nordafrika nach. Daraus enstand der Kochkalender „Happy New Food“. Die enthaltenen Gerichte sind ein Stück Heimat, die Geflüchtete mit nach Deutschland nehmen konnten, andererseits bliebt kein Gericht unverändert. Nicht alle Zutaten gibt es in Berlin. Und manch traditionelles nordafrikanisches Essen wurde für den Kalender nebenbei an die besonderen Bedürfnisse verganer Metropolenbewohner angepasst.

Elisabeth wollte mit dem Kalender zeigt, dass geflüchtete Menschen mit ihrem besonderen Wissen und Fertigkeiten bereichern – sie müssen nur eine Chance dazu bekommen. Ebrima, Mahrez und Mohamed Ali, welche die Rezepte lieferten, arbeiteten zuvor als Köche in ihren Herkunftsländern Algerien, Gambien und Sudan. Im Kalender stellen sie nicht nur die Rezepte ihrer Heimat vor, sondern erzählen auch die persönliche Geschichten ihrer Flucht nach Deutschland.

Elisabeth stellte Kalenderdruck, Webseite und Sponsoring innerhalb eines Monats auf die Beine. Wie sie das geschafft hat – und warum gerade ein Kochkalender einen Neuanfang bedeuten kann, das erfahrt ihr im Interview. Unten findet ihr ein ultimativ WG-taugliches Rezept zum Ausprobieren!

„Happy New Food“, 15€ inkl. Versand über happynewfood.org, Erlöse gehen an die Flüchtlingshilfe

Benachin mit Raha

Benachin ist das populärste Gericht in Gambia und Senegal – und eignet sich perfekt für WGs.

HappyNewFood Benachin mit Raha Bild @ Elisabeth Bracun

Zutaten

Benachin (Reisgericht)
1½  Zwiebeln
1½  Knoblauch
1 klien rote Paprika
2 Chilis
2 Tomaten
70 ml Tomatenmark
½ Hokkaido-Kürbis
3 Karotten
3 Kartoffeln
½ Aubergine
4 „Garden Egg“ Auberginen
250 Gramm Reis
1 Fisch, Talapia
Reha (grüne Soße)
250 Gramm Tiefkühlspinat
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Tomate
35 ml Tomatenmark
2 Zitronen

So geht’s:

  1. Öl in einem großen Topf stark erhitzen, ausgenommenen und mit Salz bestreuten Fische von beiden Seiten ca. 8 Minuten anbraten. Fisch herausnehmen und das Öl weiterverwenden.
  2. Gehackte Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, Tomatenmark, fein geschnittene rote Paprika und Tomaten 5 Minuten in Öl anbraten.
  3. Karotten, Kürbis, Kartoffeln würfeln, Auberginen scheniden und ganze „Garden Egg“-Auberginen hinzufügen, umrühren und 5 Minuten dünsten lassen.
  4. Mit Wasser aufgießen bis das Gemüse bedeckt ist. Salz und Pfeffer, gegebenfalls etwas Brühe hinzufügen.
  5. Mit Deckel weitere 10 Minuten köcheln lassen. Den bereits angebratenen Fisch hinzufügen und danach weitere 8 Minuten kochen.
  6. Gemüse sowie Fisch dem Topf entnehmen, Reis hinzufügen und 10 Minuten bedeckt köcheln lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen. Danach auf niedriger Falmme ziehen lassen.
  7. Für die Sauce: Spinat aufwärmen, mit etwas Wasser verdünnen und pürieren. Zwiebel, Knoblauch und Paprika anbraten, pürierten Spinat hinzufügen. Köcheln lassen, salzen und mit Zitronensaft verfeinern.
(Fotos: „Happy New Food“-Kalender mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Bracun)

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