Update – Damit Flüchtlinge unterkommen: Tempelhofer Feld soll doch bebaut werden

10.08.13 Berlin Tempelhofer Feld Ärteval-14

Berlin bringt derzeit über 2500 Flüchtlinge in den Hangars des Flughafens Tempelhof unter. Jetzt sind die Hallen voll. Deshalb will der regierende Bürgermeister Michael Müller auf dem Tempelhofer Feld Traglufthallen oder Container für 5000 Flüchtlinge bauen, berichtet die B.Z.. Am Rand des Feldes am Bahnhof Tempelhof soll dafür ein Streifen genutzt werden, der 200 Meter breit ist. Das ist auch der Platz, an dem der Senat ursprünglich die neue große, zentrale Bibliothek Berlins hinbauen wollte.

2014 hatten die Berliner dafür gestimmt, dass das gesamte Feld nicht bebaut werden darf. Das Verbot gilt auch für temporäre Bauten, meint Tilman Heuser, der die Bürgerbeiteiligung zur weiteren Gestaltung Tempelhofs koordiniert. Oliver Wiedmann vom Verein Mehr Demokratie, Befürworter für Volksentscheide, meint in der taz, man müsse die Debatte noch mal öffnen, wenn sich die Umstände deutlich geändert hätten. Doch das Ergebnis des Volksentscheides dürfe man nicht einfach so kippen.

Andere Kritiker des Senats sehen im Vorhaben den Versuch, das Ergebnis vom Volksentscheid durch die Hintertür rückgängig zu machen. Die Flüchtlingsunterbringung darf nicht instrumentalisiert werden, sagt Antje Kapek, Stadtentwicklungsexpertin der Grünen-Fraktion, der taz. Die Linksfraktion sieht das genauso, wie deren flüchtlingspolitischer Sprecher Hakan Taz gegenüber dem RBB sagte.

Ob aber genug Zeit für eine längere Diskussion über das Vorhaben bleibt, wenn die Unterbringung der neu ankommenden Flüchtlinge gerade jetzt ein dringendes Problem ist?

Update:

Inzwischen wurde der vierte Hangar des Flughafens Tempelhof als Notunterkunft bereitgestellt, denn die bisher zur Verfügung gestellten Hallen sind voll. Die BZ schreibt, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Berliner für eine Bebauung des Tempelhofer Feldes wären. Diese Hochrechnung basiert allerdings auf einer nicht representativen Forsa-Umfrage von rund 1000 Berlinern.

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(Foto: Kai La Quatra)

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