Tacheles-Neubau: Schnelle Passage gegen soziale Durchmischung

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Tacheles Berlin 2009, von Heather Cowper, flickr (CC BY 2.0)

Am 30.9.2015 haben die Investoren des Tacheles-Areals in Berlin-Mitte die ersten Details ihrer Pläne für die legendäre „Kulturruine“ in Berlin-Mitte bekannt gegeben, berichtet die Berliner Morgenpost. Die internationale Fondsgesellschaft Perella Weinberg hatte das ehemalige besetzte Haus und Kulturzentrum an der Oranienburger Straße, Ecke Friedrichsstraße für rund 150 Millionen Euro gekauft.

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Mit freundlicher Genehmigung von Herzog & de Meuron

Beide Straßen soll künftig durch eine Einkaufspassage verbunden werden, so wie es schon vor 100 Jahren war. Damit wolle man das Gelände wieder zu einem „attraktiven Anziehungspunkt in Mitte“ machen, so Projektentwickler pwr development und Architekt Ascan Mergenthaler vom Schweizer Büro Herzog & de Meuron. Der Bebauungsplan sieht eine Mischung aus Läden, Büros, Hotels und 450 Wohnungen vor. Einbezogen werden müssen auch zwei historischen Gebäude, in denen ehemals das Kunsthaus Tacheles beheimatet war und die unter Denkmalschutz stehen.

Der Investor will nun zügig loslegen, er plant einen Baubeginn Ende 2016. Grund: noch gilt der alte, großzügige Bebauungsplan aus den 2000ern, der keine „soziale Durchmischung“ vorsieht, wie der Tagesspiegel herausfand. Somit ist unwahrscheinlich, dass an dieser Stelle in Berlins Mitte preiswerter Wohnraum entstehen wird, denn der Investor ist nicht verpflichtet Sozialwohnungen zu bauen. Aber immerhin: im historischen Tacheles-Gebäude soll es wieder „Kultur“ geben. Doch dass es es soziokulturelle Alternativ-Kultur von unten sein wird, wie sie über 20 Jahre lang bis 2012 in den Räumen des ehemaligen Kaufhauses beheimatet war, ist hingegen zweifelhaft.

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