Pornos, Popcorn und Profi-Fisting – auf dem 10. Pornfilmfestival

 "Schnickschnackschnuck" eröffnet das Berliner Pornfilmfestival 2015
„Schnickschnackschnuck“ eröffnet das Berliner Pornfilmfestival 2015

Zum Wohlfühlen braucht es nicht viel. Eine Kuscheldeckeheißen Tee und einen guten Pornostreifen – manchmal liegt das Glück so nah. Besser noch, ein Filmabend mit Gleichgesinnten. Beim mittlerweile 10. Pornfilmfestival lernt ihr, zusammen mit einem Kinosaal voller Gleichgesinnter, wie ihr Pornos noch (!) mehr genießen könnt. Hier geht es nicht darum, durch gekonntes Multitasking mit Blick geradeaus, Hand an euch zu legen, sondern die Kunstform der auf Leinwand gebannten Sexualität und den freien Umgang mit allem rund um die wichtigste Sache der Welt hochleben zu lassen.

 

In einem Safe Space werden Tabus missachtet und Grenzen verschoben

 

Schwerpunkt des diesjährigen Programmes ist „Sex&Behinderung“. Ein Thema, was selbst in der Welt der Pornografie, wo scheinbar alles geht, marginalisiert wird. Genau hier setzt das Pornfilmfestival an: Tabus sollen gebrochen werden. Das Festival bietet einen sicheren Raum um sexuelle Orientierung und Vorlieben jeder Art frei auszudrücken und zu erkunden.

Das umfangreiche Filmprogramm wird angereichert durch den Beitrag von Ex-Pornostar Bob Alvarez, der für das Festival tief in seine private Sammlung griff und rare Kurzfilme auf 16mm und 35mm mitbrachte. In der Rubrik „Retrospektive“ wird der Blick auf Streifen gelenkt, die entstanden, als echte Männer noch mit Haaren am Sack vor die Kamera durften und Frauen sich höchstens mal die Augenbrauen wachsten.

Neben den Filmen wird ein umfangreiches Rahmenprogramm an Workshops und Live Performances geboten.  So wird das Kollektiv 43Charakters mit der Pornosammlung des Dr. Caligari echte Stummfilmpornos aus Urgroßmutters Zeiten live mit elektronischer Musik untermalen und die schwarz-weißen Nostalgieaufnahmen ins 21 . Jahrhundert holen. Und wie auch damals, als es noch keine Fernseher gab, sind Pornofilme am besten in einem vollen Kinosaal zu genießen.

BLN.FM hat sich vorab schonmal mit Kuratorin Paula Alamillo unterhalten. Was passiert, wenn man das ganze Jahr lang Pornos schaut und ob man wirklich immer den Längsten haben muss, um es in die engere Auswahl zu schaffen, das erfahrt ihr im Interview.

 

 Pornfilmfestival, Kino Movimiento, Kottbusser Damm 22, Berlin-Kreuzberg, U-Bahn: Schönleinstraße

(Foto: Pornfilmfestival)

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