„Technosphärenklänge“ bringt die unsichtbare Matrix zum Klingen

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Foto: Richard Heeks, Promo Haus der Kulturen der Welt

Es zirpt. Es piept. Es knarrt. Es dröhnt. Menschen überziehen den Planeten mit ihren Maschinen und decken mit ihren Bauten die Natur zu. Stille, Vogelgezwitscher und das Rauschen des Laubes wird übertönt durch das Brummen von Motoren und das Surren von Stromleitungen. Und mittlerwile ist noch eine zweite, unsichtbare Welt entstanden, die das Sichtbare überwuchert und formt: die Welt der strömenden Daten – die „Technosphäre“.

Dieses Phänomen untersucht das Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) in den kommenden Jahren mit Wissenschaftlern und Künstlern. Musiker haben auch etwas beizutragen, denn sie hören genauer hin. Sie nehmen nicht nur die Geräusche auf, die sie finden und machen daraus Musik. Sie designen auch das, was wir hören. Die seichte Hintergrundmusik im Supermarkt ist darauf abgestimmt zum Einkauf zu animieren. Die leisen Motoren von Elektroautos bekommen einen künstlichen Klang verpasst und Mobiltelefone ringen um unsere Aufmerksamkeit.

Das HKW hat das Elektronik-Festival CTM eingeladen, damit die Experten ein Programm zusammenstellen, welche die Klänge der „Technosphäre“ als Musik erfahrbar machen. Mit Lorenzo Senni,Tim Hecker und Holly Herndon sind für den Eröffnungsabend im Haus der Kulturen der Welt drei Musiker angekündigt, die im Feld zwischen Kunst, Ambient und experimentellem “Sitztechno” weit vorn mitspielen.

Holly Herndon

Holly Herndon ist für die Tageszeitung The Guardian die “Königin von Tech-Topia”. Emotionen erzeugt sie mittels ihres Laptops – für sie ein viel passenderes Werkzeug dazu als eine altmodische Violine.  2015 brachte sie das Album “Platform” heraus. Darin formte sie aus den Klängen ihrer häuslichen und digitalen Umgebung neue Geräuschwelten. Kurze Bruchstücke von Klängen und Stimmen schwirren durch die Weite des Raums. Sie ballen sich um tanzbare Beats, um gleich wieder auseinanderzudriften. Diese dissonant und zusammenhanglos wirkenden Klänge lassen an Computer denken, die sich im Standby-Modus wirre Codes zuraunen.

 

Lorenzo Senni

Der Italiener Lorenzo Senni greift hingegen 1990er Euro-Trance auf. Er spielt verzerrte Synthesizertöne in einfachen, schnellen und sich wiederholenden Rhythmen, die sich in eine endlose Spirale formen. Mit seinen Arbeiten wie „Oracle“ und „Advanced Abstracted Trance“ experimentiert Senni auch mit visuellen Eindrücken, die durch Laser, Nebel, Stroboskope und CO2-Kanonen erzeugt werden.

 

 

Tim Hecker

Außerdem führt Tim Hecker neues Material auf. Der Kanadier baut mit seinen Drones riesige Klangwände zu elektronischen Kathedralen. In seinem letzten Album „Virgins“ (2013) mischte er aufgenommene Klänge seiner Heimatstadt Montréal mit improvisierten Melodien mit Blasinstrumenten, Klavier und Synthesizern, verzerrt und verfremdet durch digitale Geräte.

 

 

Vor und während der Konzerte können Besucher mittels einer Installation die 360°-Version von Squarepushers aktuellem Song „Stor Eiglass“ erleben. „Technosphärenklänge“ ist der Start der gleichnamigen Konzertreihe im Haus der Kulturen der Welt und der Abschluss der „Loop“-Konferenz der Softwareschmiede Ableton.

 

Haus der Kulturen der Welt, Berlin-Mitte, Hauptbahnhof

Wir ver­lo­sen 1×2 Gäs­te­lis­ten­plätze für „Technosphärenklänge“ am 1. November im Haus der Kulturen der Welt

Kli­cke hier um mit dem Kenn­wort an der Ver­lo­sung teil­zu­neh­men. Ein­sen­de­schluss ist der 31.10.2015, 17:00 Uhr. Das Kenn­wort erfährst du als Abon­nent in unse­rem News­let­ter, der Frei­tag in dei­nem Post­fach liegt! Klicke hier, um dich anzumelden!

(Fotos: CTM Promo)

 

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