„Knöcheltief im Urin“ – Warum Anwohner Kreuzbergs MyFest abschaffen wollen

Myfest Kreuzberg 1.5.2009, by flickr artie* (CC BY-NC-ND 2.0)

1. Mai in Berlin – das bedeutete bis vor wenigen Jahren Krawall. Doch seitdem das MyFest die Straßen am Görlitzer Bahnhof und dem Mariannenplatz belegt, gehen Schlachtenbummler aus der ganzen Republik leer aus. Statt Randale gibt es Volksfest mit Multikulti-Kreuzberg-Flair, Getränkeständen vom Nachbarn und kleinen Techno-Open Airs. Das Konzept ist so erfolgreich, dass 2015 das Festival zu ersticken drohte. Müllberge blieben zurück. Die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Monika Herrmann (Grüne) sorgte sich um die Sicherheit der Menschenmassen im Unglücksfall. Nach medialem Krach wurden die Probleme beigelegt.

Doch nun das: ein Anwohner in der Oranienstraße verklagt das MyFest, berichtet die Berliner Zeitung. Vertreten wird er durch den Rechtsanwalt Johnny Eisenberg, der sich durch seine Tätigkeit für die taz und gegen die Bild-Zeitung bereits den Ruf erworben hat, auch ungewöhnliche Klagen vor Gericht zu bringen.

Für Anwalt Johnny Eisenberg steht fest: Das MyFest ist Etikettenschwindel! Die Kreuzberger Mai-Feierlichkeiten seien schon lange keine Demonstration mehr. „Da kommen alle ungezogenen Lümmel aus der ganzen Bundesrepublik und meinen sich mal richtig schlecht benehmen zu können!“ Zunehmende Kommerzialisierung hätte es zu einem Großevent gemacht. Den Schaden hätten die Anwohner.  Denn sie „waten knöcheltief im Urin“.

BLN.FM befragte Johnny Eisenberg am Telefon: Was ist so schlimm am MyFest, das man dagegen gerichtlich vorgehen muss?

(mit Alexander Koenitz)

(Foto: artie*, flickr (CC BY-NC-ND 2.0))

Kommentar verfassen