Neue Heimat: Nun soll der Senat entscheiden

Berlin Neue Heimat RAW Village Market - Flickr: Berlin IckLiebeDir (CC BY-ND 2.0)

Die Betreiber der Neuen Heimat planten auf dem RAW-Gelände Donnerstag bis Montag Musikveranstaltungen – da sah der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg rot. Denn einen weiteren Club auf dem RAW-Gelände, das wolle der Bezirk nicht, so fasst Sascha Langenbach vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die Position der Behörden zusammen. Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) vertrat diese Position am 25. September 2015 in den Verhandlungen mit den Betreibern der Neuen Heimat und RAW-Eigentümern. Bei diesen Verhandlungen wurde darüber diskutiert, wie die Neue Heimat vielleicht doch noch eine Baugenehmigung bekommen könnte.

Dem Bezirksamt geht es darum, das Gelände für die Nachbarschaft und für andere Zielgruppen als lärmende Party-Touristen attraktiv zu machen. Ein weiterer Club gehöre nicht dazu, weil ein solcher zu einer „Intensivierung der Ballermann-Meile“ führe. Die Neue Heimat-Betreiber wollen hingegen eine Baugenehmigung, die einen Clubbetrieb in der Halle 13 des RAW ermöglicht. Den Club halten die Betreiber für erforderlich, damit sie wirtschaftlich über die Runden kommen. Der Bezirk bleibt jedoch bei seiner Ablehnung. Eine Online-Petition der Betreiber der Neuen Heimat auf change.org, die den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auffordert, die Baugenehmigung zu erteilen, haben mittlerweile über 2000 Menschen unterzeichnet.

Letzte Hoffnung für die Neuen Heimat-Betreiber ist der Berliner Senat. Beim Senat für Stadtentwicklung liegt jetzt der Widerspruch gegen die Ablehnung des Bauantrags vor. Die Behörde kann diese Ablehnung kassieren – und damit das Bezirksamt überstimmen. Ob das passieren wird, ist ungewiss. In der Regel greift der Senat nur in Entscheidungen der Berliner Bezirke ein, wenn „gesamtstädtische Interessen“ betroffen sind.

(mit Natalia Müller/ Foto: Berlin IckLiebeDir (CC BY-ND 2.0))

 

Eine Kommentar zu „Neue Heimat: Nun soll der Senat entscheiden

  1. Schon doof, wenn man dann als Club bei einem solchen Erlebnis nicht die Unterstützung der Anwohner bekommt, weil man zuvor völlig vergessen hat, sich an deren Bedürfnissen zu orientieren. Stattdessen setzte man dem eigentlich doch recht offenen Friedrichshainer nur Fressmeilen und Co. für Besserverdiener mit lockerem Portemonnaie vor die Nase und wundert sich nun, dass die Protestmärsche gegen die Schließung der ach so schönen Neuen Heimat ausbleiben.

    Die meisten der Anwohner in meinem Umfeld freuen sich heimlich.

    Vielleicht hätten die Macher sich doch mal lieber in bestehende RAW-Strukturen integrieren und auf die Interessen der Anwohner hören sollen, anstatt wöchentlich auf auswärtige Hipster zu setzen, die bereit sind, Mondpreise straight from Brooklyn und Eintrittspauschalen für überall sonst offene Märkte zu bezahlen…

    Upsi!

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