Flüchtlinge in Berlin: De-Eskalation mit Bundeswehr

Lageso Flüchtlinge Fotos: Sascha Lübbe
Flüchtlinge warten oft tagelang vor dem LaGeSo

Vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) stehen neu angekommene Flüchtlinge seit Wochen Schlange, um sich zu registrieren. Die Wartezeit beträgt mehrere Tage, die Verwaltung ist seit Wochen überfordert. Dabei geht den Menschen die Geduld aus. Manche sind bereit in den Hungerstreik zu gehen, um endlich eine Registrierungsnummer zu erhalten. Letzte Woche drohten laut Medienberichten zwei Menschen, sich von einem Balkon im 10. Stock des LaGeSo-Gebäudes zu stürzen. Wiederholt eskalierte die Situation: Dienstag kam zu Handgreiflichkeiten zwischen Wartenden und dem Sicherheitspersonal. Seitdem musste die Polizei mehrmals anrücken, um die angespannte Lage zu entschärfen.

Das Komitee zur Koordination von Flüchtlingsfragen will die Situation vor dem LaGeSo entschärfen, in dem es auf die Hilfe der Bundeswehr setzt. Insgesamt 50 Soldaten sollen helfen, die Lage in Berlin-Moabit zu deeskalieren. Die ersten 15 wurden bereits eingewiesen. Das Komitee, eine zentrale Koordinierungsstelle, wurde letzte Woche vom Berliner Senat eingesetzt und wird vom Ex-Polizeipräsident Dieter Glietsch geleitet. Glietsch wird angerechnet, dass er es geschafft hatte, den 1. Mai in Berlin-Kreuzberg zu befrieden, der zuvor jährlich von Krawallen erschüttert wurde.

(Foto: mit freundlicher Genehmigung von Sascha Lübbe)

 

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