QDeWe#12 – Unmotiviert deprimiert mit Nico Semsrott

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Nico Semsrott ist ein niedergeschlagener und lustloser Comedian und er will sein Publikum mit der schlechten Stimmung anstecken, deshalb gibt er Abendveranstaltungen, die er „Demotivationsworkshops“ nennt. Die Idee zur Kunstfigur des depressiven Kapuzenpulliträgers wurde in der Zeit geboren als Nico tatsächlich depressiv war. Sein Therapeut stellte das erste Publikum dar und als er immer an den richtigen Stellen lachte, entdeckte Nico für sich die Satire: Als Möglichkeit mit der eigenen Krankheit umzugehen und gleichzeitig auf die Krankheiten der Gesellschaft zu reagieren und den Menschen einen Spiegel vorzuhalten. Das Publikum dankt es ihm. Obwohl er mit dem Ziel antritt zu scheitern, misslingt ihm selbst dies und er sahnt einen Preis nach dem anderen ab.
Mit  Leistungsverweigerung kann man eben wunderbar provozieren:
„Wenn ich auf die Bühne komme und austrahle ich hab keine Lust, dann ist das schon lustig, weil es eine Regelverletzung ist. Eigentlich darf man auf der Arbeit oder in dieser Gesellschaft nicht keine Lust haben. Und dann von so vielen eigenen Unzulänglichkeiten zu reden, ist in dieser auf Perfektion und Optimierung geprägten Gesellschaft ein noch viel größerer Regelverstoß.“
Hört in der zwölften Ausgabe unseres Kaffekränzchens Nico Semsrott im Gespräch mit Christian Humborg: Über den Unterschied zwischen arm und reich und warum uns das depressiv machen sollte.
(Foto: Promo, unglueckskekse.de)

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