Wild: was Berliner mit dem Flughafen Tempelhof anfangen wollen …

Witzige Tempelhofer Feld Collage Safari, Schaf, Laser Tag, Katzen, Mohnblumen

Bis zum 15. März 2015 reichten Berliner über 300 Vorschläge ein, was künftig mit dem unbebauten Flughafen Tempelhof passieren soll. Im Oktober erfahren wir dann, was davon umgesetzt wird. BLN.FM wollte aber nicht so lange warten. Und weil wir von Natur aus wahnsinnig unfaire Menschen sind, konzentrieren wir uns nicht auf die wenig originellen, schnell realisierbaren Vorschläge. Ein Freiluftmuseum, eine wetterfeste Open Air-Bühne oder Trinkwasserbrunnen klingt alles vernünftig – und auch ein bisschen langweilig. Auf sowas kommen doch graue Behörden von allein. Spannender sind die Ideen, bei denen Berliner ihre Fantasie spielen ließen. Manches ist abgedreht, doch einiges nicht unmöglich.

Harald-Juhnke-Weg

Keine andere Idee hat die Community der Bürgerbeteiligung so sehr begeistert: Weil es bisher in Berlin keine Strasse gibt, welche den legendären Berliner Entertainer Harald Juhnke ehrt, soll auf dem Feld ein 2,5 Meter (!) langer Weg entstehen, der Juhnkes Namen trägt. S-förmig soll das Ding sein, um diesem „menschgewordenen Sonderweg“ ein angemessenes Denkmal zu setzen. Für einen Harald Juhnke-Themenpark fehlen noch eine ausreichende Anzahl von Schnapsständen am Wegesrand und ein Ehrenmal für den „unbekannten Flaschensammler“.

Laser-Baller-Höhle in den Katakomben von Tempelhof

Zahlreiche Menschen wünschen sich Sportanlagen. Wie wär’s mit einer Kite Surfing-Schule, einem Parkour oder einem Baseball-Feld? Langweilig und zu nützlich. Wenn es nach Nutzer hauptstadtbuerger geht, soll demnächst unterhalb des Tempelhofer Feldes Laser-Tag gespielt werden. Schließlich existiert dort ein unterirdisches Kellersystem, in dem man Krieg spielen kann, ohne das zivilisierte Familienpicknick an der Oberfläche zu stören.

Tempelhof als Bio-Bauernhof

Auch Berliner überkommt ab und an die Landlust. Der Nutzer blueloo schlägt vor, Schafe und Kühe auf dem Feld weiden zu lassen. Nützlich: Die Versorgung der Feldbesucher mit Frischmilch ist gesichert. Negativ: Nutzungskonflikte. Kühe und Menschen vertragen sich nicht immer. Neu ist die Idee nicht, Schafe grasten bereits in den 1980ern auf dem Flugfeld.

Bewusstseinserweiterndes Meditations-Labyrinth

Freunde der Körperertüchtigung dominieren bislang die Diskussion um Tempelhof. Der Kulturverein cooltur030 e.V. will hingegen etwas für das seelische Wohlbefinden der Berliner tun.  Aus Mohnblüten soll ein Labyrinth installieren werden, das über 210 Meter läuft. Ziel: Meditation und ein Ruheplatz, um über das Gleichgewicht von Natur und Kultur nachzudenken – kurz bevor man von den Kite-Surfern nebenan über den Haufen gefahren wird.

Safari auf Tempelhof

Warum für teures Geld nach Afrika reisen, wenn man Antilopen, Giraffen und Löwen auch direkt vor der Haustür haben kann? Platz genug für ein Safari-Gelände, in dem die Tiere frei herumlaufen, gäbe es auf dem Feld. Eine Seilbahn würde die Besucher über die Tiere auf der Tempelhofer Steppe schweben lassen. Wenn jetzt bloß noch jemand Dinosaurier aus DNS züchten könnte …

Katzenkuschelzoo

Drei Unterstützer bekam der Vorschlag, eine Katze pro Quadratmeter Feld einzuführen. Deren „Flauschigkeit übt einen positiven Effekt auf das allgemeine Befinden aus“. Weiteres Argument: Plüschige Hindernisse bekehren rasende Radfahrer auf dem Feld zu einer moderateren Fahrweise.

Außer Konkurrenz: Überhaupt Nichts

Ein generelles Problem der Planung für das Tempelhofer Feld sind die recht geringen Freiräume, die das Tempelhof-Gesetz lässt, das die Berliner per Volksentscheid beschlossen haben. Denn es darf so gut wie nichts hinzugebaut werden. Zumindest ein nicht gerade selten eingereichter Vorschlag bei der Bürgerbeteiligung umgeht das Problem clever: Man solle doch bitte überhaupt nichts auf dem Gelände bauen, denn das Tempelhofer Feld ist vollkommen perfekt so wie es ist.

Außer Konkurrenz: Randbebauung

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller gibt nicht auf … Vielleicht könnte man ja in fünf Jahren doch was am Rand bauen, meinte er bei einer öffentlichen Diskussion Anfang März, schrieb der Tagesspiegel.

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(Grafik: Benedict Leicht für BLN.FM)

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