So war’s: Alec Empire & Herbert Grönemeyer auf der Couch

CDR Berlin 2015 6/7 Herbert Grönemeyer

Das gibt’s selten: Alec Empire, Breakcore-Punker, und Herbert Grönemeyer, der größte Star deutschsprachiger Popmusik der letzten 20 Jahre, geben Einblick, wie sie Musik machen. Doch leider saßen beide am 5. März 2015 nicht gemeinsam auf der Couch des „CDR Berlin“, sondern nacheinander. Erst wurde der musikalische Werdegang von Alec Empire abgehakt, danach standen Herbert Grönemeyer und sein Produzent Alex Silva Rede und Antwort.

CDR Berlin 2015 3/7 Alec Empire

Alec Empire von Atari Teenage Riot berichtete brav chronologisch, wie er sich Ende der 1980er von der zunehmend bierselig-hohlen Punkszene entfremdete. Im Techno fand er eine neue musikalische Sprache, die klassische Songstrukturen ignorierte. Bereits als DJ mischte er Anfang der 1990er beide Genres: er nahm die Energie von Punk und die elektronischen Effekte des Techno und spielte sie in einer wahnwitzigen Geschwindigkeit ab. Bis heute gefällt ihm die simple, direkte Herangehensweise an Musik, die durch Uralt-Computer Atari ST ermöglicht wird. Der befindet sich immer noch im Gerätepark von Atari Teenage Riot, von denen 2015 das neue Album „Reset“ erwartet wird.

CDR Berlin 2015 5/7 Herbert Grönemeyer

Anschließend plauderten Herbert Grönemeyer und sein Produzent Alex Silva anekdotenreich aus ihrem Produktionsalltag. Zwischen dem Duo gibt es eine klare Rollenverteilung: Grönemeyer entwickelt als klassischer Komponist seine Songs allein am Klavier. Der künstlerische Produzent Alex Silva entwickelt den Rest der Musik drumherum. Computer sind da von großem Vorteil: mit dem Arbeitsgerät könne er drei Wochen lang an einem kleinen Detail eines Songs herumdoktern, sagt Silva. Mit einer Band in einem Studio ist so etwas nicht möglich.

Herbert Grönemeyer selbst gab Einblick in die Arbeit seines Labels Groenland Records. Als Plattform für seine Herzensprojekte veröffentlichte er dort etwa den Backkatalog von Neu! erstmals auf CD. Andere Künstler des Labels wählen seine jüngeren Kollegen aus. Seine Tipps für aufstrebende Künstler: Lieber bei einem kleinen Label anfangen, anstatt sich in der Hoffnung auf schnellen Erfolg bei einem Major die Finger zu verbrennen. „Erst die Kreisliga, dann die Premier League!“ Das wichtigste sei der Spaß an der Musik und die eigene Integrität.

(Fotos: Tobias Menzel für BLN.FM)

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