Im Warteraum der Ungewissheit

Sebastian Valbuena  - Room 014

Die Debatten zur Flüchtlingspolitik in Deutschland nehmen kein Ende. Während immer mehr Menschen aus den Krisengebieten der Welt in Deutschland Zuflucht suchen, meint „Willkommenskultur“ konkret: Unterbringung in Industriegebieten zusammen mit wildfremden Menschen auf engstem Raum, Ausgrenzung vom Alltag, Verurteilung zum Nichtstun und ewige Warterei. Politiker reden, nationalistische Wutbürger demonstrieren – weil viele von ihnen die miese Situation nicht kennen, in denen sich jene befinden, die in Deutschland Zuflucht suchen. Sebastian Valbuena fotografierte den grauen Alltag der Asylbewerber. In seinen Bildern verbinden sich Dokumentation und konzeptuelle Kunst. Im Interview in „BLN.FM Live“ erzählt er die Geschichte hinter den Bildern, die ihr hier seht. Seine komplette Serie „Room 014“ findet ihr auf der Seite des Fotografen.

https://soundcloud.com/bln-fm/interview-mit-sebastian?in=bln-fm/sets/interviews

Sebastian Valbuena  - Room 014

3 Kommentare zu „Im Warteraum der Ungewissheit

  1. „Aus­gren­zung vom All­tag, Ver­ur­tei­lung zum Nichts­tun und ewige War­te­rei.“
    heisst es oben im Text.
    Darf ich darauf hinweisen, dass Asylbewerber und Flüchtlinge, egal ob sie welche sind oder sich nur so nennen, inzwischen nach drei bzw. neuen Monaten arbeiten dürfen.
    Drei Monate sind sehr schnell vorbei, wenn man sie nutzt um die Sprache zu lernen und Arbeit zu suchen.

    Niemand, absolut niemand ist zum Nichtstun verurteilt.

    Abgeschoben wird eh niemand mehr. Also 99%ige Sicherheit. Was mehr will man sich wünschen.

    Würden die Flüchtlinge und Asylbewerber ihre Chancen nützen, so gäb´s weniger Kritik an Asylbetrügern, die es nur auf die Gratis-Rundumversorgung angelegt haben.

    1. Deine Annahme ist falsch: 2013 wurden 10000 Menschen „abgeschoben“. Das umfasst nicht alle Menschen, die aufgrund abgelehnter Asylanträge ausgereist sind. Dazu gibt es offizielle Zahlen der Bundesregierung.

      Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage im Bundetag: http://www.proasyl.de/de/themen/zahlen-und-fakten/abschiebungen/

      Auch 2014 schob die Bundesrepublik 9000 Menschen ab. Darin nicht enthalten: „freiwillige“ Ausreisen aufgrund abgelehnten Asylantrag.

      Arbeitsmarkt:
      Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist auch nach dem dritten Monat eingeschränkt, zum Schutz der erwebstätigen Bevölkerung mit deutschem Pass. Dazu mehr beim Flüchtlingsrat Baden-Württemberg:

      „Für die Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung gilt jedoch grundsätzlich weiterhin ein nachrangiger Arbeitsmarktzugang, d. h. nach wie vor muss für eine konkrete Beschäftigung eine Erlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt werden, die wiederum die Zustimmung durch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit anfragen muss. Dies gilt für nichtselbständige Erwerbsarbeit ebenso wie für betriebliche Praktika. Für eine Zustimmung werden grundsätzlich bis zur Aufenthaltsdauer von 15 Monaten (siehe 2.) eine Vorrangprüfung und bis zur Aufenthaltsdauer von 48 Monaten eine Prüfung der Beschäftigungsbedingungen durchgeführt.“

      Informationen dazu:
      http://fluechtlingsrat-bw.de/informationen-ansicht/zugang-zum-arbeitsmarkt-fuer-fluechtlinge-erleichtert.html

  2. Der Protest der Wutbürger richtet sich aber nicht in erster Linie gegen Asylanten (außer solche, die mit ihnen berechtigten Ärger haben), sondern gegen die Deutschen, gegen wenige, die eine unverantwortbare Politik der Unkontrollierbarkeit machen. Wer möchte den Regierenden da nicht Arglist unterstellen?! Es wird immer nur darüber geredet, ob Ausländer überhaupt ein Problem darstellen. Seit über 50 Jahren haben wir aber das Problem der Unkontrollierbarkeit und keiner spricht es an, geschweigedenn,dass nach Lösungen gesucht wird, um wieder eine Handhabe zu erreichen. Es wird höchstens gefordert – und zwar von nahezu allen Parteien, dass die Deutschen doch mehr Kinder bekommen sollten – welch ein Schwachsinn! Es ist doch nun aus unzähligen Statistiken klar zu entnehmen, dass die Länder, die bevölkerungsmäßig am wenigsten gewachsen sind, sich am besten entwickelt haben!

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