Eastside Gallery: Digital ist schöner

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Eigentlich sollte es doch so sein: Ein Infosystem erklärt an der Eastside Gallery zwischen Friedrichshain und Kreuzberg, was es mit dem längsten noch erhaltenen Stück Mauer auf sich hat. Es sollte Tou­ris­ten über his­to­ri­sche Zusam­men­hänge infor­mie­ren und auch die Macher der Kunst würdigen. Doch die Realität ist anders: Teile der Mauer wurden für Luxusneubauten versetzt. Die Kulturbeauftragte der Bundesrepublik Deutschland hat beschlossen, dass die Touristenattraktion nicht in das Gedenkstättenkonzept über die Berliner Mauer passt – deshalb gibt sie keinen Cent. Stadt und Förderverein suchen nach einer Finanzierungsmöglichkeit.

Immerhin digital wird zu der Mauer informiert: Internet-Konzern Google hat für sein „Art Project“ die Mauer Stück für Stück, von Kunstwerk zu Kunstwerk digitalisiert. In dem Angebot kann man sich die Kunstwerke der Freiluft-Galerie entlang klicken – komplett ohne die „Verzierungen“, Anmerkungen und Tags, welche die Besucher dort tagtäglich hinterlassen. Im „Real Life“ unterstützt das Google Cultural Institutes den Erhalt der bemalten Mauermeile nicht. Die Partnerschaft bezieht sich einzig auf die Inhalte, sagt ein Pressesprecher von Google zu BLN.FM.

Seit 2011 stellt Google auf diese Weise Kunstwerke aus aller Welt kostenlos aus. Mittlerweile gehört dazu auch Street Art, wie die von Banksy, die auf diese Weise vor ihrer Vergänglichkeit geschützt werden. Mittlerweile haben sich 10.000 Street Art-Werke von über 3000 Künstlern angesammelt.

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(Foto: teresaaaaCC BY-ND 2.0)

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