Berlins Veranstalter wollen 120 Locations für spontane Open Airs

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14 verschiedene Anträge, bis zu 600 Euro Bearbeitungsgebühr, mindestens 2 Monate Bearbeitungszeit – wer in Berlin ein kostenloses Open Air auf die Beine stellen will, kämpft sich erstmal durch die Papierberge von Ämtern. Sonst droht der plötzliche Abbruch: durch Menschenmassen und laute Clubmusik aufgescheuchte Nachbarn rufen die Polizei. Und die zieht den Stecker.

Das bedeutet ein hohes finanzielles Risiko für die Freiluftfeierei. Open Airs seien nicht per Gesetz verboten, werden aber durch solche Regelungen „illegalisiert“, sagt Kulturersatz e.V. – ein Verein, der sich für Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten einsetzt.  Zusammen mit der clubcommission, die Lobby Berliner Clubbetreiber, fordert der Verein deshalb 120 öffentliche Plätze, die von der Stadt unbürokratisch für Partys ausgewiesen werden. Dort können Berliner Party-Veranstalter spontan unkommerzielle Partys organisieren. Vorbild ist Halle an der Saale, eine Stadt mit 230.000 Einwohnern, etwas weniger als Friedrichshain-Kreuzberg. Spontane Partys kann man dort online, 24 Stunden vor Beginn des Events, kostenlos bei der Stadt anmelden. In Halle gab es danach 80 % weniger Beschwerden wegen Partylärm.

Klingt nach einem guten Plan? Das finden Kulturersatz auch und organisieren das Projekt „Geplantes Chaos“. Dort wird bis Mai mit Veranstaltern, Behörden und Rechtsexperten diskutiert, wie unkommerzielle Freiluft-Feierei in Berlin ermöglicht werden soll.

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(Foto: „Zurück zu den Wurzeln“, Kulturersatz/Geplantes Chaos)

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