BLN.FM Club-Award 2014: „Beste Outdoor-Location“

else la yegros

Ihr habt euch immer noch nicht von eurer alljährlichen Post-Festival-Depression erholt und die letzten Tränen in Erinnerung an Sonnenschein, Badesee und Open Air-Saison schimmern noch feucht auf euren Wangen, schon steht Weihnachten quasi vor der Tür? Euer Lieblingswebmagazin fühlt mit euch! Doch statt ihren Winterblues mit kiloweise Lebkuchenherzen und jeder Menge Glühwein zu betäuben, nur um sich dann trostlos durch den Dschungel überfüllter Kaufhäuser zu schlagen, feiert die BLN.FM-Redaktion lieber noch ein letztes Mal. Aufopfernd haben wir uns zu allen wichtigen Partys des Jahres geschleppt, nur um jetzt die besten Berliner Locations zu krönen – und damit 2014 noch einmal Revue passieren zu lassen. Unser erster Award in der Kategorie „Beste Outdoor-Location“ geht an die Else.

Die Location

Direkt an der Spree, lädt sie, als Ableger des in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Salon – zur wilden Renate, seit Mitte 2013 jedes Sommer-Wochenende zum Tanzen und Rumlümmeln ein. Von außen fällt das Grundstück am S-Bahnhof Treptower Park kaum auf. Ein paar bunte Container grenzen die Sicht auf das Gelände ab und außer dem Eingang in Form eines großen roten Clown-Munds ist äußerlich nicht viel zu sehen. Dahinter wurde allerdings seit dem Start nach gutem altem Renate-Prinzip ständig weiter gewerkelt. Das erste Jahr wirkte sie noch etwas kalt und trist, bei hohen Temperaturen bot sie wenig Schutz vor Sonne und optisch musste noch einiges passieren. Genau hier alles richtig gemacht: inzwischen gibt es deutlich mehr Schatten und Rückzugsorte, eine kleinere und dafür stabile Tanzfläche, sowie einen nahezu romantischen Blick auf das Geschehen mit fahrenden S-Bahnen im Hintergrund. Dennoch bietet die Else weiterhin reichlich Raum für weitere Veränderungen, die uns gespannt auf das nächste Jahr warten lassen. Für die Verbesserungen zum Vorjahr vergeben wir vier von fünf Sternen und damit für dieses Jahr die meisten in dieser Kategorie.

Das Line-up

Musikalisch startete die Else ins zweite Jahr mit brachialem Auftakt und durchlebte dann einen stellenweise etwas zähen Sommer. Ein Konzert von der Cumbia-Band La Yegros, ein Boiler Room auf dem Dach und der erste Else-Geburtstag zu dem Mathew Jonson eines seiner minimalistischen Synthie-Live-Sets spielte, zählten sicher zu den Open Air Highlights des Jahres. Sie zeigten dank großer musikalischer Spannweite, wie gute Bookings funktionieren. Leider kamen allerdings nicht immer fette Headliner oder besonders interessante Newcomer zusammen, was an einigen Wochenenden zu eher mäßigem Besucherandrang führte. Hinzu kommt, dass  letztes Jahr mit Künstlern wie Todd Terje sehr hoch angesetzt wurde und eine Steigerung zugegebenermaßen schwer fiel. Da die recht große Location gefüllt werden will, was leider nur manchmal funktionierte gibt es für’s Line-up drei von fünf Sternen.

Der Wohlfühlfaktor

Der Blick hinter die bunten Container kostet in der Regel zwischen fünf und zehn Euro und ist damit nicht überteuert. Wer auf „megavoll und berstend laut“ steht, wird höchstwahrscheinlich nicht unbedingt bekommen haben, was er oder sie wollte. Der bunte Haufen um die Renate- und Else-Menschen gilt jedoch als äußerst spendabel wenn es um Freischnäpse, Lebensweisheiten oder spontane Show-Einlagen geht. Auch bei weniger vollen Veranstaltungen ist somit reichlich Unterhaltung geboten. Außerdem darf man inzwischen auch nach 22 Uhr noch ein wenig verweilen und in Ruhe austrinken. Das Getränk dazu lässt sich zu gemäßigten Berliner Preisen erwerben. Wir fühlen uns pudelwohl und geben dem Wohlfühlfaktor vier von fünf Sternen.

Else, An den Trep­to­wers, Berlin-Treptow, S-Bahn: Trep­to­wer Park. Die Else ist den Sommer über immer sonn­tags von 12 Uhr bis Open End geöffnet. Ab 22 Uhr nur noch leise; weitergefeiert werden kann im direkten Anschluss im Salon – zur wilden Renate.

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