Steffi – Von wegen „powerful“

ostgut_Power Of Anonymity

Ein Album für den Clubbetrieb sollte es werden, eine Scheibe die gleich gesinnte DJs auf der ganzen Welt gerne auflegen. Leider sind es nur wenige Stücke geworden, die auf Steffis neuem Album „Power of Anonymity“ zum Tanzen verleiten (Ostgut Ton). Nach ihrer ersten LP „Yours & Mine“ (2011, Ostgut Ton) waren die Erwartungen hoch, denn das Album begeisterte sowohl beim Feiern in Clubs als auch Zuhause. Steffi hat als Resident-DJane der Panorama Bar schon auf einigen Partys gute Platten aufgelegt, ihre eigenen Produktionen werden vom Publikum dementsprechend auch daran gemessen.

Das Stück „Pip“ lädt zum Entspannen und Nachdenken ein. Auch in „Everyday Objects“ wartet der Zuhörer auf eine Art Pointe, die kommt allerdings erst im dritten Stück „Selfhood“. Steffi hat ihr Album als Ganzes aufgebaut: die Tracks sagen als einzelne Stücke nicht viel aus. Bei „Bag of Crystals“ und „Bang For Your Buck“ wird der Rhythmus schneller und endlich kann man sich eine Tanzfläche in einem Club dazu vorstellen. Dennoch fehlt die Tiefe, die „Yours & Mine“ aufwies. Der titelgebende Track „Power of Anonymity“ ist eine technoide Ballade, die bis auf die harten Bässen sehr loungig wirkt und fast auf eine Compilation wie „Café del Mar“ gepasst hätte.

Zwei Stücke stechen auf diesem Album hervor: „JBW25“ und „Treasure Seeking“. Bei „JBW25“ kommen die Elemente zusammen, die Steffi gut beherrscht: Streichelemente, harte Bässe und dynamische Beats. Da kommt Lust zum Tanzen auf. „Treasure Seeking“ bleibt nicht unbemerkt, weil es das einzige Stück mit Vocals ist. Virginia leiht – wie auch bei „Yours & Mine“ – dem Track ihre Stimme und ihren Groove. Das macht „Treasure Seeking“ zu einem Highlight der Platte. Steffi schließt mit dem ruhigen Track „Fine Friend“ ab, der stark an den Anfang des Albums erinnert. Überhaupt kann man die ruhigeren Tracks von „Power of Anonymity“ nicht wirklich auseinander halten, weil sie sich stellenweise sehr ähneln. Somit vielleicht eher ein Album für Zuhause, nicht für den Club.

(Steffi – „Power of Anonymity“ erscheint am 24.11.14 bei Ostgut Ton.)

(Foto: Promo)

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