Neu in Berlin: 8 m² WG-Zimmer für 400 Euro!

screenshot von medici-livin vom 25.11.2014 09.39 Uhr

Wieviel darf man in Berlin für 8 spartanisch möblierte Quadratmeter verlangen? Der „professionelle WG-Anbieter“ Medici Living setzt neue Vorgaben: 8 Quadratmeter kosten bei ihm 380 Euro Miete.  Das macht auf den Quadratmeter umgerechnet 47,50 Euro. Zum Vergleich: Der Berliner Mietspiegel weist den Durchschnittspreis für Wohnungen mit einfachen Standard derzeit mit 9,36 € pro Quadratmeter aus. Rechtfertigen die möblierten Zimmer diese Preise?

„Der Wohnungsmarkt in den deutschen Großstädten ist angespannt und bezahlbarer Wohnraum knapp“, schreibt der Anbieter selbst. Laut Inserat bietet das 8 m²-Zimmer in Berlin-Mitte alles, was man braucht: Bett, Hängeschrank und Schreibtisch mit Stuhl. „Vollmöbliert“ nennt er das. Mehr würde aber auch nicht reinpassen. Alle Zimmer verfügen zudem über einen Zugang zu einem Bad und einer Gemeinschaftsküche.

Zum Vergleich: die möblierten WG-Zimmer des Studentenwerk Berlin kosten zwischen 160 und 200 Euro. Sie sind nicht nur halb so teuer, sondern mit 13-20 Quadratmetern auch doppelt so groß! Problem: Das Studentenwerk ist ausgebucht, hat also keine Zimmer mehr frei!

Der Preis kann so hoch sein, weil kein Gesetz eine Mietobergrenze für möblierte Zimmer vorschreibt, schreibt der Tagesspiegel. Finden sich Mieter trotz des horrenden Preises? Die angespannte Wohnsituation der Innenstadt könnte die Nachfrage nach solchen überteuerten Unterkünften steigen lassen. Gefahr: Investoren setzen statt auf Wohnungen, deren Preise mittlerweile strenger reguliert werden, auf „möblierte Zimmer“ und ähnliche Angebote. Die sind in der Preisgestaltung nach oben hin offen.

(Foto. Screenshot von medici-living, Angebot vom 25.11.2014)

4 Kommentare zu „Neu in Berlin: 8 m² WG-Zimmer für 400 Euro!

  1. Hi Christoph,

    ganz unreguliert sind die auch nicht. Denn auch hier gilt immer noch das BGB und der Paragraf zur Sittenwidrigkeit. Wenn ein krasses Missverhältnis vorliegt (dafür muss man aber den Einzelfall prüfen) ist der Vermieter auch nicht grundsätzlich frei in seiner Preisgestaltung.

    Zudem geht der Vermieter auch das Risiko ein, dass das Angebot kommerziell ist und damit gegen das Zweckentfremdungsgebot verstößt. Ich finde, hier sollte auch das Finanzamt mal die Leute grundsätzlich gleich behandeln. Wer jeden Monat ein WG Zimmer mit 150€ Aufschlag vermietet handelt genauso gewerblich, wer für 150€ bei Ebay handelt.

    Mietwucher wie hier im Wohnungsbereich :http://www.toptestsieger.de/1515-nettokalt-wolliner-str-17-1-etage-der-alltaegliche-mietwucher-berlin/

    ist glaube ich am Besten genau dadurch zu regeln: eindeutige Klärung, dass die Vermietung von Zimmer mit Aufschlag gewerblich ist und damit 1. steuerpflichtig und 2. derzeit in Berlin verboten.

    Dann würden sich die Mieter nämlich nicht überteuerte Wohnungen querfinanzieren durch noch überteuertere WG Zimmer

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