Dorian Concept – Electronica fürs Kaffeehaus

Dorian Concept by shaun bloodworthÖsterreich als Musiklandschaft steht dank Eurovison Song Contest und Conchita Wurst 2014 mehr im Rampenlicht als in den Vorjahren. Ob aber Produzenten wie Dorian Concept davon profitieren werden, ist eher zweifelhaft. Dennoch schafft es der Wiener mit seinem neuen Album „Joined Ends“ auch aus eigenem Antrieb, sich ein größeres Publikum zu erschließen.

Sein zweites Album erscheint auf dem britischen Label Ninja Tune, das schon sich seit mehr als 20 Jahren für die Fusion von elektronischen Clubbeats, Jazz und Hiphop spezialisiert hat. Während auf dem Debüt „When Planets Explode“ die Tracks durch kräftige Breakbeats geprägt wurden , scheint Dorian Concept jetzt gezähmt worden zu sein. Die Grundmischung aus Electronica, Funk, Hip-Hop und Ambient klingt deutlich lässiger als gewohnt. „Clap Track 4“ ist mehr Klangcollage als ein wirklicher Song. In „Nest Nest“ präsentiert Dorian Concept Hippie-Folk im Elektronik-Gewand. Den eher experimentellen Charakter seiner Musik haben die neuen Songs dennoch nicht verloren. In seiner Gesamtheit eignet sich das Album diesmal nur zur Café-Beschallung und weniger als Partysoundtrack. Ausnahmen bilden da nur „Draft Culture“ und die House-Nummer „11.04.2011“.

Wer gerne ein „When Planets Explode“ Part II“ gehabt hätte, wird von „Joined Ends“ etwas enttäuscht sein. Der ’neue‘ Dorian Concept ist erwachsener und entschleunigter, aber nicht weniger gut.

Foto: Shaun Bloodworth

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