DJ-Poll: Die Zukunft der Clubkultur ist männlich

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Frauen spielen nur eine Nebenrolle in der elektronischen Underground-Kultur und werden ihn so schnell auch nicht bekommen. Das zumindest ist das Fazit, wenn man sich die Liste der 100 unterschätzen DJs anschaut, die das Internet-Magazin Fact vor zwei Wochen veröffentlichte.

Immerhin elf Frauen hat Fact identifiziert, die einen nennenswerten Musikgeschmack haben und auflegen können, aber viel zu unbekannt sind. Lerato Khathi, Jane Fitz, Madam X gehören zu den elf Frauen. An der Erstellung der Liste waren neben der Redaktion aber auch freie Autoren beteiligt. Hauptsächlich Männer, die in wichtigen Promo-Agenturen weltweit arbeiten. Noch fataler war das Resultat, als Fact seine Leser aufrief, selbst Vorschläge einzureichen. Auf der neuen Liste mit 20 Musikproduzierenden, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, war genau eine Frau: Shanti Celeste. Wie um davon abzulenken, zeigt das Aufmacher-Foto des Artikels eine Frau.

Dass es ein Ungleichgewicht in der Liste gab, fiel auch einigen Fact-Nutzerinnen auf. Tany Love, die auf einer Seite eine persönliche Liste mit DJ-Frauen führt und Partys organisiert, kommentierte kurz das Ungleichgewicht – und erhält als Resultat in der Kommentarspalte des Magazins zum Teil frauenfeindliche Kommentare.

Damit ist leider auch klar: DJ bleibt vorerst ein Männerberuf. Das ist Fact!

(Foto: Nina Kravitz, Promo)

5 Kommentare zu „DJ-Poll: Die Zukunft der Clubkultur ist männlich

  1. Sorry aber warum ist das ein Problem? Ich mein, es ist vielleicht schade dass nicht mehr Frauen sich an die Plattenteller trauen, aber alle Veranstalter die ich kenne haben je gesagt „die buch ich nicht, das ist ne Frau“. Im Gegenteil, Frauen werden gerne gebucht und das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Auswahl geringer ist und dadurch die Qualität im Durchschnitt oft höher und die Anziehungskraft größer.

    Zumal, wir sind hier nicht im Hiphop, wo Frauen als „Bitches“ bezeichnet werden.

    Warum muss man aus allem heute ein Gender-Problem machen? Ja, das ist gerade Mode ich weiß, Gender-Studies werden ja auch extra gefördert, damit man mehr Professorinnen in der Statistik aufweisen kann.

    Übrigens sind die meisten Rock- und Punkbands auch männlich besetzt. Will mir jetzt einer erzählen, dass die linksalternative Punkszene frauenfeindlich ist? Im Gegensatz dazu gibt es im konservativ-bierberauschten Schlager und im Prolleten-Pop so einige Frauen, sogar ausgesprochene Girl-Bands. Was sagt der Musik-Soziologe dazu?

  2. Pruust….an der Erstellung der Liste waren hauptsächlich Männer beteiligt…

    Logo, die machen ja auch häufiger Platte,
    ich muss bloß aus dem Fenster schauen.

    @ Nebenrolle: Zum Glück zu doof !

  3. kann man diese untersuchung auf das verhaeltnis von inhaberinnen und inhabern von booking agenturen ausdehnen? und ich faende es interessant, deren meinung und fachansicht mit ein zu beziehen.

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