Quickie #3 mit Riders Connection, die kapriziös-talentierte Beatboxband

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Moritz, Aleksej und Philipp sind drei Straßenmusiker aus dem Prenzlauer Berg in Berlin und firmieren als Riders Connection. Noch sind sie ein Geheimtipp. Und als gute Musiker benehmen sie sich, wie es das Klischee von Rockmusikern verlangt: richtig daneben. Am Vorabend des Interviews gaben sie ein Konzert, feiern bis in die Puppen und erschienen deshalb am nächsten Tag in gereizter Stimmung zu spät. Und dann bekamen sie im Studio auch noch einen Tobsuchtsanfall. Die Atmosphäre ist entsprechend heiß, aber heißer noch ist ihre Musik, ein Mix aus Soul, Funk, Raggae und Beatbox. Moderatorin Evi Rejeki sieht es ein: weil die Musikanten so verdammt gut und gleichzeitig verführerisch sind, müssen und dürfen sich Riders Connection auch so verhalten.

Drei unberechenbare, dreckige aber unglaublich charismatischen Musiker!

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Beatboxer Moritz hat seine Ausbildung im Hotelgewerbe abgebrochen. Nur eine Station seines schwierigen Lebens. Derzeit lebt er mit zwei Frauen in einer ungepflegten WG. Sein Beziehungsstatus wechselt täglich. Der Bassist ist der Mathelehrer Aleksej. Den Schuldienst durfte er nie antreten, denn seine größte Schwäche sind Aggressionen – wie die Moderatorin selbst erleben darf. Zwar hat er einen Garten in Steglitz, aber sonst lebt er im Keller, den er selbst, wenn auch selten, putzt. Philipp lebt gemeinsam mit dem Bandmanager der Band JP Enderli in einer Wohnung. Sie sind aber nicht miteinander liiert. Unausgeprochen bleibt die Frage nach der sexuellen Ausrichtung. So drei Kerle sind Projektionsfläche für die Sehnsüchte einer Frau. Geheimnisvoll, frei, wild und undurchdringlich. Noch nicht so domestiziert wie der eigene Typ, der gerade auf der Couch Chips kaut.

Die Rollen in der Band sind klar verteilt. Philipp ist das logisch denkende Gehirn und schreibt Texte, zupft Gitarre und formt mit seinen Lippen die Trompete. Der Bassist Aleksej ist zusammen mit Moritz für die Arrangements zuständig. Moritz hat wahrscheinlich die coolste Rolle von allen drei. Als menschliche Beatbox verwandelt sich sein Körper in einen fleischgewordenen Vibrator, dessen Frequenzen man spürt, wenn man neben Moritz steht. Jede Frau sollte einmal in ihrem Leben neben Moritz gestanden haben, während er vibriert!

Zu dritt stehen sie auf dem Alexanderplatz oder im Mauerpark in Berlin und spielen, als seien sie die Leibhaftigen selber. Da passt es fast, dass sie für ihre Karriere Haus, Hof und unter Umständen ihre Familie verkaufen würden. Aber nicht ihre Seele. Und weil sie außer Liebe nichts besitzen, haben sie nichts zu verlieren und geben alles. Deshalb sind  Riders Connection auch für jeden Spaß zu haben. Aber wehe, ihre Wünsche werden nicht zufrieden stellend erfüllt. Dann hallen wüste Beschimpfungen durch das Studio. Das gehört sich so als „Künstler“.  Schließlich stehen sie vielleicht kurz vor dem Durchbruch und üben schon mal Allüren. Da sollte jede Redaktion Verständnis aufbringen. Denn später müssen sie ja mal ganze Hotelsuiten verwüsten können.

Live hören und sehen kann man Riders Connection auch manchmal sonntags im Keller von Alhamra in Berlin-Prenzlauer Berg.

„Qui­ckie” ist ein Kurz­for­mat auf BLN.FM und por­trä­tiert unter­schied­li­che Gäste inner­halb von Minu­ten und zeich­net meh­rere Fol­gen mit einem Gast auf. Mode­ra­to­rin Evi Rejeki stellt uner­hörte Fra­gen zu einem bestimm­ten Thema in einem neuen Kon­text. Sie durch­bricht mit Wor­ten die Grenze des Anstan­des. Für die Ankün­di­gungs­fo­tos lässt sich die Mode­ra­to­rin gemein­sam mit ihren jewei­li­gen Gäs­ten ablich­ten und trägt dafür Klei­dung, die ihr die Gäste zum Anzie­hen mitbringen.

(Foto: Kai La Quatra für BLN.FM)

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