So ist’s: Ein Kurztrip nach „Malta“ in Poznan

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Auch wenn Polen mittlerweile seit 9 Jahren zur Europäischen Gemeinschaft gehört – viele waren noch nicht im Land hinter der Oder, 80 Kilometer östlich von Berlin. Dabei laden viele Festivals in unser Nachbarland. Eins davon ist das „Malta“-Kulturfestival, auf dem Kraftwerk, Diamond Version und Atoms For Peace Konzerte geben. BLN.FM-Reporter Kai La Quatra war vor Ort und hat sich von der polnischen Gastfreundschaft überzeugt.

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Bei der Ankunft am Bahnhof in Poznan fühlt man sich zuerst 30 Jahre hinter den eisernen Vorhang zurückversetzt. Auf den ersten Blick werden alle Klischees bestätigt. Polens Bahnhöfe scheinen wohl etwas speziell zu sein.

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Das „Malta Festival“ hat wenig mit Festivals wie „Melt“ oder „Sonne, Mond und Sterne“ zu tun. Es gibt keine nach Bier und Pisse stinkende Zeltstadt. Stattdessen eine Freilichtbühne auf Plac Wolnosc in Poznan, umsäumt von einer Altstadt aus moderner Architektur und Ostblockcharme. Alle Spielstätten sind bequem fussläufig zu erreichen: Fühlt man sich am ersten Tag noch etwas verloren, findet man sich am zweiten Tag schon ohne Karte zurecht.

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Neben Touristenkitsch bietet Poznan alte Kirchen und eine Menge Galerien. Die Bewohner sind stolz auf ihre Kultur: Zu Beginn des „Malta“-Festivals bildete sich eine Menschenkette, um die letzten Bücher aus dem alten Gebäude der Stadtbibliothek in Poznan in ihr neues Quartier zu schaffen.

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Beim „Malta“-Festival 2013 gibt es viele Aufführungen, von denen schon wegen der Fülle nicht alle besucht werden können. BLN.FM hat sich Cindy van Acker, Geumhyung-Jeong  und Meg Stuart / Damaged Goods angeschaut.

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Foto: M.Zakrzewski

 

Doch von Konzerten und Theater allein übersteht man nicht die Tage auf dem „Malta“-Festival. Speisen läßt sich sehr gut auf dem Plac Wolnosic selbst.

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Wer traditionell essen will, kehrt ein in das Chatka Babuni. Das Lokal ist zwar etwas zu sehr auf Touristen ausgelegt, bietet dafür aber sehr gutes Essen und wie überall in Polen extrem freundliches Personal. Wer denkt, in Berlin kann man billig leben: In Polen hat man das Gefühl, sie schenken einem das Essen.

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Auch in der von vorne bis hinten durchgestylten Stary Browar, der alten Brauerei Posens, bekommt man für umgerechnet 8 Euro ein Essen, dass in Deutschland sicherlich das Fünffache kostet.

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Aber eigentlich lockt das „Malta“-Festival mit Musik. BLN.FM hat dort Diamond Version zum Interview getroffen. Das Elektronik-Duo überzeugte am 29. Juni mit einer Show, die eine viel größere Bühne verdient hätte. Licht, Strobos und Bildschirme arbeiten dem Sound absolut stimmig zu.

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Am gleichen Wochenende spielte Kraftwerk auf einer ganz großen Bühne.

Kraftwerk Malta Festival Posen © Sabrina Hell

 

Nach einem Konzert ist die Nacht noch lange nicht vorbei. Es gibt unzählige Bars in Posen. Für umgerechnet 1,50 pro Bier, gibt auch der größte Geizhals seinem Kumpel mal ein Bier aus. Am Ende der Nacht fragt man sich, wann man das letzte Mal für so wenig Geld so betrunken war. Zum Beispiel in der Wodka Bar gleich neben dem Chatka Babuni. Besuchen. Punkt.

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Dort kann man für 1 Euro eine Menge verschiedene Sorten Wodka, unter anderem mit Haselnuss und mit Milch, probieren. Dabei lernt man spontan nette Einheimische kennen.

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Das „Malta Festival“ geht noch bis zum 20.07.und wartet zum Abschluss mit Atoms for Peace auf. Im Vorprogramm spielt Cat Power zu bieten.

Wie kommt man nach Poznan?

Alle Züge und Busse von Berlin halten am Hauptbahnhof „Poznań Główny“. Von dort könnt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder ihr leiht vor Ort Fahrräder aus. Die ersten 20 Kilometer auf dem Rad sind kostenlos. Solltet ihr mit der Deutschen Bahn fahren, bringt euch der „Berlin-Warszawa-Express“ mehrmals täglich nach Posen – mit dem „Euro-Spezial“ ab 39 Euro. Falls ihr mit dem Auto kommt, geht’s immer die polnische Autonbahm A2 entlang.

(Fotos: Sabrina Hell)

 

 

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