Vom Jugendzimmer zum Sammlermuseum

Sammlertrio Kircher, Beckert und Korritke (v.l.)

Der Journalist Florian Illies‘ widmet sich in seinem Buch „Generation Golf“ den Teenagern der achtziger Jahre. Laut Illies das „langweiligste Jahrzehnt voller bequemer Hedonisten“, die ihre politische Einstellung und den Wunsch nach Revolution durch Mode und Marken ersetzt haben. Mit „Generation 13“ eröffnete kürzlich das erste Urban-Art-Museum für Popkultur und Lifestyle in Europa. Die Inhaber Oliver Korittke, Niklas Beckert und Oliver Kircher stellen ihre persönlichen Lifestyleschätze aus und gewähren dem Besucher Einblicke in die Jugendkultur ihrer Generation.

Star-Wars-Sammlung

Sneaker-Liebhaber und Popkultur-Fans werden sicherlich beeindruckt sein von der Sammlung, die auf 600 Quadratmetern Fläche im Hamburger Hof in Berlin Mitte zusammengetragen wurde. Die Inhaber, die seit über 25 Jahren befreundet sind, teilen die Sammelleidenschaft für Turnschuhe, Toys und Action-Figuren. Die meisten Exponate im „Generation 13“ stammen aus ihrem persönlichem Fundus.

Kinderzimmer der 80er

Beim Namen des Museums denkt der DC-Comic-Kenner vielleicht an das Superheldenteam Gen 13, und so ganz verkehrt liegt er mit dieser Assoziation nicht. Neben unzähligen Turnschuhen gibt es im „Generation 13“ eine beachtliche Ansammlung an Superheldenfiguren. Die Wahrscheinlichkeit, hier seinem Jugend-Idol wiederzubegegnen, ist groß. Von Star-Wars- über Musikbandpüppchen bis hin zu Schlumpfsammelfiguren und Mainzelmännchen gibt es alles. Selbst ein Hello-Kitty-Mädchenzimmer fehlt nicht. Das rosa Pendant zur 80er-Jahre-Kinderzimmerschrankwand kommt einem so vertraut vor, dass der Museumsbesuch einer Zeitreise gleicht. In Zukunft soll es zudem einen „Adult-Bereich“ geben, in dem Horrorfilm-Figuren zu sehen sein werden.

Mädchenzimmer

Mit ihrer Sammlung möchte das Trio auch zeigen, wie verschiedene Bereiche der Popkultur miteinander verschmelzen. Wie sich also Turnschuhmarken mit Spielzeug-Herstellern, Sportlern, Musikern oder Graffiti-Künstlern zusammentun, um ein Produkt für eine bestimmte Zielgruppe zu schaffen und es gemeinsam gewinnbringend zu vermarkten. So hat sich Puma den Skateboardhersteller Santa Cruz ins Boot geholt, um einen Schuh zu designen.

Puma in der Santa-Cruz-„Sreaming Hand“-Edition

Die Ausstellung im „Generation 13“ zeigt nur einen Bruchteil der Sammlung der Inhaber. Deshalb soll das Thema halbjährlich geändert werden. Im dazugehörigen Museumsshop finden Besucher von Streetfashion über Bonanza-Räder und bunte Skateboards bis hin zu trendigen Mesh-Caps alles, was das Lifestyle-Herz begehrt.

Außerdem gibt’s ein Museumscafé, für das Koch und Mitbegründer Oli Kircher täglich wechselnde, frische Speisen zubereitet. In Zukunft soll die Karte themenbezogen an die jeweils aktuelle Ausstellung angepasst werden.

„Generation 13“-Café

Generation 13, Große Hamburger Strasse 17, Ber­lin– Mitte, S-Bahnhof: Hackescher Markt Öffnungs­zei­ten täg­lich von 9–18 Uhr, Eintritt: 8.-€.

Fotos: Marcus Bläsing

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