Yaam – „Lösung“ mit Fragezeichen

Maria Yaam

Die Räumung des Yaam-Clubs am Berliner Ostbahnhof wurde nach Gesprächen mit Eigentümern, Senat und Bezirk auf den 10.1.2013 verschoben. Ab Januar 2014 darf der Club für Reggae und Dancehall auf dem Gelände der ehemaligen Maria am Ostbahnhof an der Schillingbrücke Quartier beziehen. Seit Frühjahr 2013 wird das Gebäude vom Magdalena genutzt, einem Techno-Club.

Die derzeitigen Untermieter auf dem Maria-Gelände erfuhren von dem Verhandlungsergebnis aus den Berliner Zeitungen und sind verunsichert. Einen Kulturbetrieb durch einen anderen zu ersetzen – und das dann als „Lösung“ zu verkaufen, finden die Betreiber des Magdalena fragwürdig. Zumindest bis Januar 2014 besitzen sie einen Vertrag, der ihnen die Nutzung der Räume erlaubt. Ben de Biel, ebenfalls Mieter des Geländes, äußerte hingegen Verständnis: er werde jede Lösung der Politiker unterstützen, welches die langfristige Zukunft des Maria-Geländes für Clubbetrieb sicherstellt, auch wenn sie mit Kompromissen verbunden ist.

Auch Yaam-Betreiber Ortwin Rau empfindet die Aussicht auf das Maria-Grundstück nicht als endgültige Lösung: „Es entsteht der Eindruck, das Yaam ist gerettet. Das ist nicht so.“ Die tatsächliche Räumung des derzeitigen Yaam-Geländes soll solange wie möglich aufgeschoben werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Reggae-Club eine zeitlang heimatlos sein wird. Rau hofft nach wie vor auf die Möglichkeit, das jetzige Grundstück dauerhaft nutzen zu dürfen. Die Verhandlungen mit der Politik und dem Eigentümer gehen also weiter.

Yaam-Streetparade am 2.12. findet dennoch statt!

Der Termin für die Yaam-Streetparade am 2.12.2012 15 Uhr steht nach wie vor: das Yaam-Team und Szene-bekannte Unterstützer marschieren zum Roten Rathaus, wo auch Johnny Strange (Culcha Candela), Nosliw, Vido Jelashe und viele anderen den Song für das Yaam intonieren werden.

(Foto: Nicor / Montage: Jon Fischer)

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