Selbstfindung in Pakistan

WestIsWest
Sajid Khan ist kein richtiger Engländer. Ein richtiger Pakistani auch nicht. In der Schule wird er gehänselt, mit seinem Vater George befindet er sich permanent im Clinch, weil dieser enttäuscht ist von seinem Sohn: der benimmt sich so gar nicht muslimisch und pakistanisch.

Als Sajid beim Klauen erwischt wird, hilft auch die beste Mediation der Mutter Ella nichts mehr: George fährt mit seinem rebellischen Sohn auf Erziehungs- und Selbstfindungsreise in die tiefste pakistanische Provinz auf den eigenen Bauernhof. Aus dem Jungen soll schließlich noch was werden. Doch dort sieht sich der Vater mit der Ablehnung seiner ersten Frau Balsheera und ihrer Töchter konfrontiert.

„West is West“ ist eine „Coming of Age“-Story – und zwar nicht nur Sajids, der zum ersten Mal wahre Freundschaft und Akzeptanz kennenlernt, sondern auch die des selbstherrlichen und dickköpfigen Vaters. Der steht plötzlich unter Rechtfertigungsdruck und ist gezwungen in Pakistan seine idealisierte „pakistanische“ Lebensweise der Realität anzupassen.

Regisseur Andy de Emmony ist die Darstellung des Kontrasts zwischen den Lebenswelten in ihrer Farbigkeit und Musik gelungen. Familienleben und bunte Festszenen lassen das Lebensgefühl in Pakistan erahnen.  Erzählt wird die Geschichte mit reichlich Situationskomik und der nötigen Packung Drama. Im Großen und Ganzen eine gut gelungene Migrations- und Generationenkomödie: nicht sehr tiefschürfend, nicht sehr emotional, leider auch etwas voraussehbar. Aber man muss ja auch nicht aus allem ein existentielles Drama machen!

„West is West“, Großbritannien 2010, auf der Berlinale in der Sektion Generation 14plus

Termine

  • 12.2.2011 17:30 Haus der Kulturen der Welt Kino 1
  • 13.2.2011 15:30 Cubix, Kino 8
  • 18.2.2011 9:30 Haus der Kulturen der Welt Kino 1

Orte

  • Cubix, Rathausstrasse 1, Berlin-Mitte, S-/U-Bahn: Alexanderplatz
  • Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten, Bus 100,  S-Bahn: Hauptbahnhof

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