Frank Bretschneider – Komet

kometVor ziemlich genau einem Jahr veröffentlichte Frank Bretschneider sein audio-visuelles Album „EXP“ – ein Werk, das aus 35 meist sehr kurzen und fragmentarischen Klangstücken nebst visueller Umsetzung bestand und das für Liebhaber verkopft-vertrackter Klänge wohl ein Genuss, für alle anderen jedoch eher schwer zugänglich war. Ein Jahr später folgt nun das Album „Komet“, dass zwar in seinem Klangmaterial seinem Vorgänger ähnelt, sich ansonsten jedoch deutlich (und in positiver Weise) von ihm unterscheidet. Hier wartet Bretschneider nämlich nur mit sieben, dafür aber mit längeren „richtigen“ Tracks auf, die es schnell schaffen, den Hörer in seinen Bann zu ziehen.

Wie beim Vorgänger kommen wieder nüchtern-klare, präzise zusammengesetzte Soundschnipsel zum Einsatz, von akustischen Weichzeichnern weiterhin keine Spur. Der Schwerpunkt liegt auf dem Rhythmus, Melodien gibt es wenige – und wenn, dann eher als minimalistisch angedeutete Fragmente. Die schaffen es dann aber, sich ins Ohr einzuprägen und dort weiterzuspinnen. Durch die „konventionellere“ Songstruktur mit Intro und Ausklang sind die Stücke zugänglicher und dürften schon allein dadurch eine breitere Masse ansprechen.

Frank Bretschneider wäre nicht er selbst, würde er zur Musik nicht die passenden Visuals mitbringen. Solche gibt es zumindest bereits zu „Flitter Flutter“ und zum großartigen „Flight 09“. Klare, geometrische Formen auf schwarzen Hintergrund, wie bei der Musik selbst setzen sich die pulsierenden, repetitiven Figuren zusammen und bilden damit neue akustische bzw. visuelle Muster und Konstrukte. Nicht, dass die Musik ohne deren visuelle Umsetzung nicht allein für sich wirken könnte (wie das bei „EXP“ der Fall war) – jedoch werden die Stücke mit ihren Visuals zu kleinen Gesamtkunstwerken, deren hypnotischer Wirkung man sich nicht entziehen möchte. Gehen wir einfach mal davon aus, dass zu den anderen Tracks auch noch was kommt.

Ob ein bisschen mehr Zufall den Ganzen etwas mehr „lebhafte“ Wärme gegeben hätte? Möglicherweise, andererseits bietet diese, für manche vielleicht etwas kalt anmutende Musik einen Gegenpol zu der Menge an weichgespülten Klängen, mit der wir Hörenden doch überwiegend konfrontiert werden. Frank Bretschneiders Musik bildet weiterhin eine Herausforderung, jedoch eine die sich lohnt, jetzt erst recht.

Preview:

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Tracklist:

  1. Subharchorded Waves
  2. Like a little Lizard in the Sun
  3. Echotron
  4. Urania
  5. Flight 09
  6. Flutter Flitter
  7. Twisted in the Wind

(Shitkatapult)

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