Es ist schon OK, Bread & Butter

Die interessanteste Nachricht zuerst: Es ist schon OK, dass die Bread & Butter nur für Fachbesucher geöffnet ist. Wie so viele andere habe ich mir auch immer gewünscht, irgendwie an ein Ticket für die Streetware-Messe auf dem Tempelhof-Gelände zu kommen. Und dann musste ich feststellen: es ist zwar eine spannende Erfahrung, sich im gigantischen Flughafengebäude in das urbane Modeparadies zu stürzen. Aber das Ziel feuchter Fashion-Träume muss ein B&B-Ticket wirklich nicht sein.

Bread & Butter Foto Simon Hennke

Dafür gibt es mehrere Gründe. Man sieht zwar viele schöne und vor allem tragbare Mode, aber weder kann man ein potentielles Lieblingsstück erwerben, noch hat man eine Aussicht darauf, dieses in nächster Zeit sein eigen nennen zu dürfen. Bei den Ausstellungstücken handelt es sich um die Herbst/Winter Kollektionen, die frühestens in einem halben Jahr in die Läden kommen. Die Zielgruppe der Bread & Butter sind die Einkäufer großer und kleiner Klamottenläden, die ihre Bestellungen platzieren und sich einen Überblick verschaffen, was es sonst noch so gibt.

 

Anders als auf mancher Modeschau sind die ausgestellten Stücke auch keine Kunstobjekte oder einmalige Abendkleid-Kreationen, die nachhaltig inspirieren. Es gibt Jeans, Sneaker, Parker und Sweatshirts. In neuen Farben und neuen Schnitten und von neuen Marken. Aber ausser dem Wunsch, so manches Stück gleich mitzunehmen und ein paar geschenkten (und schönen) Jute-Beuteln ist wenig hängen geblieben.
(Drykorn bringt im nächsten Herbst/Winter diese Hose. Ich will sie jetzt schon, sofort, bitte!)

Versteht mich nicht falsch, es ist sehr gut, dass die Bread & Butter wieder zu Hause in Berlin ist und es macht Spass einen halben Tag über die Messe zu schlendern. Mit der Bread & Butter ist die Stadt zumindest was die Streetware-Mode angeht zu einem internationalen Zentrum geworden. Auch wird durch die Kombination mit den Schauen auf dem Bebelplatz und den anderen Messen Premium und Bright die Modewoche erst vollständig.

 

Ein weiterer Pluspunkt ist auch die – im Gegensatz zum Zelt auf dem Bebelplatz – sehr entspannte Atmosphäre. Nach mehreren Tagen Modezirkus war es sehr angenehm mal länger als fünf Minuten nicht auf eine eine marodierende Gruppe von 15-jährigen Modebloggern in Fotografier-Mich-Outfits zu stoßen.

 

Also merken für die künftigen Ausgaben der Fashion Week: ein Besuch der Bread & Butterr lohnt sich, wenn man einen Laden oder ein eigenes Label besitzt. Oder sich vorgenommen hat, etwas in die Richtung zu gründen. Und in diesem Falle bekommt man übrigens auch ein Ticket.

(Foto: Simon Hennke)

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