Paul van Dyk und Tim Renner wollen Sunshine Live für Berlin

JazzRadio 101,9 ist pleite – und die zuständige Behörde, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB), hat die Radiofrequenz neu ausgeschrieben. Gleich 29 Interessenten haben sich beworben um bald auf 101,9 zu senden. Darunter befindet sich auch Sunshine Live, der deutschlandweit fast einzige Radiosender für elektronische Dance-Musik. Der Sender mit Sitz in Mannheim hat sich für das Projekt, endlich eine Lizenz im hart umkämpften Berliner Radiomarkt zu ergattern, Paul van Dyk und Motor FM-Erfinder Tim Renner als Partner ins Boot geholt.

Die beiden Promis des Hauptstadt-Musikbiz finden, es sei in Berlin höchste Zeit für einen Radiosender mit Dance-Musik. Laut Ulrich Hürter, Geschäftsführer von Sunshine Live, gab es die Pläne für einen Berliner Ableger des in Südwestdeutschland etablierten Dance-Radios schon lang.  Herausgekommen ist bisher nur eine UKW-Lizenz ganz weit draußen: Seit 1. Juli ist Sunshine Live über Antenne in Templin in der Uckermark zu hören. Mittlerweile hat man in der Sunshine Live-Zentrale jedoch eingesehen, dass man eine Lizenz für Berlin nur mit einem wesentlich eigenständigen Programm bekommt. Heißt konkret: Ein eigenes Berliner Studio mit Redaktion ist geplant, wenn’s mit der Frequenz klappt. Neben normalen Nachrichten soll es somit auch Meldungen aus Stadtkultur und Szene geben. Paul van Dyk und Tim Renner sind öffentlichkeitswirksame Gesichter, welche für die Ernsthaftigkeit der Absichten von Sunshine Live bürgen sollen.

Eine Ergänzung der Berliner Radiolandschaft ist das Projekt allemal. Doch auf einen experimentierfreudigen und szenebetonten Radiosender sollte man nicht hoffen. Denn eines bleibt Sunshine Live trotz seiner einzigartigen Musikfarbe: ein mainstream- und kommerzorientierter Dudelfunk. Sunshine Live Berlin müsste wohl schon deutlich anders klingen als der große Muttersender in Süddeutschland, um auf Akzeptanz bei wichtigen Protagonisten der Beliner Szene zu stoßen.

6 Antworten zu „Paul van Dyk und Tim Renner wollen Sunshine Live für Berlin

  1. Nachdem Motor.fm weitgehend erfolglos geblieben ist und zwischendrin pleite ging, schlicht durch die Missachtung der Tatsache dass diese Musikfarbe einfach nicht nach Berlin passt und daher auch nicht angenommen wurde, wird nun ein Mannheimer Trance-Sender und Deutschland bekanntester Grossraumrave-DJ Huckpack genommen.

    Elektronische Tanzmusik funktioniert nicht wie Tim Renner das gerne haette. Es ist hochgradig unwahrscheinlich dass selbst die Flagschiffe der Berliner elektronischen Musikkultur welche ein weltweites Publikum bedienen auf diesem Sender auch nur ansatzweise vorkommen. Ein Spezialabendprogramm von Praktikantinnen wird ueber die ueblichen Eventankuendigungen und Interviews nicht hinauskommen. Expertise? Community? Fehlanzeige.

    Z.b. eine Sendung von Berghain und bar25 oder K7 auf dem Kiddie-trance sender aus Mannheim? Wie soll das mit der Dudelplaylist zusammen funktionieren? Traeumt weiter! Ein zynisches Trauerspiel bei dem weiterhin systematisch Ettikettenschwindel betrieben wird.

  2. was für ein interview weiß gar nicht nicht ob ich heulen oder lachen soll.
    ich bin ja mal gespannt wenn die erste kampagne „rein zufällig“ in diverrsen internetforen auftauchen wird.
    solche sätze wie: „Denn eines bleibt Sunshine Live trotz se…iner einzigartigen Musikfarbe: ein mainstream- und kommerzorientierter Dudelfunk.“ sprechen da schon bände. (Ich hoffe ich male hier nur schwarz und dieses szenario tritt nicht ein)

    Radiomachen ist eben mehr als nur abspielen von musik gepaart mit dummen kommentaren. Gibt halt nur zwei möglichkeiten
    offentlichrechtlich und privat
    als privater muss man sich mit werbung finanzieren
    das problem ist das genau die indieszene als auch die elektroszene hauptachlich aus werbeverweigerern besteht die sich ungern an meinungsforschungen beteiligen (die einzige möglichkeit zur erhebung der radiozahlen) so dass ein regionaler auf eine stadt fokussierter spartensender auf lange sicht wirtschaftlich eben keine chance hat.

    ps:wow das hat ja gar nicht lange gedauert so ein statment wie
    „vorsicht lieber „underground“… sunshine live kriegt euch auch noch!bald dann sunshine live live aus berghain, horst und watergate…juhu.“
    finde ich etwas armseelig. und nu komm mir nicht mit privatmeinung

    pps. bin ja mal gespannt ob der kommentar öffentlich gemacht wird

  3. Tim Renner steht für Kraftwerk? Wieso das? Die waren doch zeitlebens bei EMI und Renner bei Universal. Kann es sein, dass da jemand gar keine Ahnung hat?

  4. gurke, du solltest wissen, dass dein hier angebrachtes zitat nichts zu suchen hat. Nutzungsbestimmungen der herkunftswebsite usw.

    und zudem ist dies definitiv meine private meinung…und wenn du das nicht verstehst, tuts mir leid für dich…

  5. aaaaaalso… ich auch nochmal..

    ne UKWelle mit „hartem techno“ (wie elektronische musik in reinkultur eben genannt wird) wäre DEFINITV nicht verkehrt für diese stadt .. frage mich eh warum sich für sowas scheinbar keine werbekunden finden lassen .. sitzen wohl alle in ihren büros und planen die szene unter BWL-aspekten.. prima..

    es wäre jedenfalls mal ein grund WIEDER RADIO ZU HÖREN
    (höre seit ich techno-infiziert bin kein radio mehr)

    paul van dyk hin oder her .. wenn man bei ausschreibungen was reissen will muss man halt was bringen …

    kann doch nich sein dass es in techno-city keinen elektronischen radio-sender gibt!!!!

    und wenn es sunshine macht .. lasse doch aus mannheim kommen .. wennse hier ein studio machen und die residents einladen und die spielen dann GIBTS AUCH ORDENTLICHE MUCKE !!

  6. Natürlich wollen wir bln.fm den ganzen Tag in Berlin über UKW, keine Frage. Sollte es nicht klappen, was schade wäre, dann ist mir ein eigenständiges Berliner Programm von SSL immer noch lieber als 08/15 Formatradio wie 104,6 RTL und NRJ. Zumindestens manche Abendsendungen (z. B. Karottes Kitchen) kann man mehr als ertragen, aber ist vielleicht auch Geschmackssache.
    Aber fragen wir doch andersrum: wer hat sich denn noch so beworben?

    Oha, darf ich als Hamburger überhaupt was dazu schreiben? 😉

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