Louie Austen – Last Man Crooning / Electrotaining You!

Last Man CrooningImmer wieder wird in Deutschland der mangelnde Respekt vor dem Alter bemängelt. Ein anderes schönes Sprichwort besagt, dass man sich Respekt erst verdienen muss. Nun, Louie Austen ist jemand, der Respekt verdient und bekommt, ganz besonders von der jungen Generation. Denn der so gar nicht altbackene Sänger aus Wien, Jahrgang 1946, verkörpert einen ganz besonderen Crossover: Seit er sich vor einigen Jahren mit dem Wiener Produzenten Mario Neugebauer zusammentat, mischt er klassische Stile wie Ratpack-Jazz, Funk und Soul mit Musik aus dem Elektro-Underground und hat damit großen Erfolg.

Sein nun erschienenes Werk „Last Man Crooning / Electrotaining You!“ räumt diesen beiden Seiten ihren gebührenden Platz ein. Auf der ersten CD des Doppelalbum, „Last Man Crooning“, gibt es spritzig-funkige Pop-Songs, die das alte Las-Vegas-Flair der großen Entertainer des Ratpacks um Frank Sinatra in sich beherbergen. Diese sind für mich erstmal weniger von Interesse, trotz „I Wander“, das mit strammen Elektro-Beats das einzige elektronisch geprägte Stück ist.

Spannender finde ich da zunächst den zweiten Teil des Albums, „Electrotaining You“, auf dem verschiedenste DJs auf mehr oder weniger kreative Art Louies Musik verwandeln oder auch leider verwursten. Als positives Beispiel ist hier der „I Wander“-Remix von Christopher Just zu nennen, der trotz kreativer Verarbeitung mit zum Beispiel Balkan-Elementen immer noch dem Original treu bleibt. Eine weitere stilistische Perle ist „A hundred years from now (First Class Milan Florence Mike Vamp Remix)“, das stark an die neue deutsche Welle erinnert, ein bisschen wie „Der Räuber und der Prinz“.

Leider mangelte es einigen Künstlern jedoch auch an Kreativität, so dass man einfach ein paar schnöde Beats wie eine Schattenwand vor den alten Song stellt und – feddüsch! Dachte auf jeden Fall anscheinend Rodion.

Am wenigsten brav, überraschend einfallsreich und mein persönlicher Favorit bei den Remixes ist die Verwandlung der triefenden Schnulze „She’s My Lady“ in einen abgeschliffenen tanzbaren Remix „Tatzen im Regen“, und zwar von Frittenbude. Die erzählen die Geschichte der ungleichen Liebe in ihren eigenen Worten, mit ihrer eigenen schrillen Musik, jedoch eindeutig von Louie Austen inspiriert; da werden die Chaos-Krieger zu Poeten: „Meine Seele ist ein Plankton und mein Herz ist ein Walfisch.“

Preview:

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Tracklist:

Last Man Crooning (Original Album)

  1. Hold On
  2. Paris
  3. Bondi Beach
  4. I Can See The Sun
  5. Now Or Never
  6. Wild Thing
  7. Make Your Move
  8. I Wander
  9. She’s My Lady
  10. A Hundred Years from Now
  11. Little Sun
  12. My Last Song

Electrotaining You! (Remix Album)

  1. Hold On (FNM Remix)
  2. Paris (Acid Washed’s Remix)
  3. Bondi Beach (Kinky Movement Remix)
  4. I Can See The Sun (Remute Remix)
  5. Now Or Never (Phonique Remix)
  6. Wild Thing (Matzak Remix)
  7. Make Your Move (Rodion Frisco Disco Remix)
  8. I Wander (Christopher Just Remix)
  9. She’s My Lady (Frittenbude Remix)
  10. A Hundred Years from Now (First Class Milan Florence Mike Vamp Remix)
  11. Little Sun (Ian Pooley Remix)
  12. My Last Song (Prof. Eric D’Clark And The Future Sound Of Yesterday Remix)

(Louie Austen Music / Rough Trade)

Immer wieder wird in Deutschland der mangelnde Respekt vor dem Alter bemängelt. Ein anderes schönes Sprichwort besagt, dass man sich Respekt erst verdienen muss. Nun, Louie Austen ist jemand, der Respekt verdient, ganz besonders auch von der jungen Generation. Denn der so gar nicht altbackene Sänger aus Wien, Jahrgang 1946 verkörpert das Crossover wie kein anderer. Seit er sich dem Wiener Produzenten Mario Neugebauer zusammentat mischt er klassische Stile wie Jazz, Funk und Soul mit Musik aus dem Elektro-Underground.

Sein nun erschienenes Werk Last Man Crooning / Electrotaining You räumt diesen beiden Seiten ihren gebührenden Platz ein. Auf der ersten CD des des Doppelalbum, Last Man Crooning, gibt es spritzig funkige Pop-Songs, die das alte Las Vegas Flair der großen Entertainer in sich beherbergen. Diese sind jedoch für uns weniger von Interesse. obwohl Als kleiner Wehrmutstropfen „I Wander“ , das mit strammen Elektro-Beats das einzige elektronisch geprägte Stück ist, bleibt.

Grund zur Trauer ist das jedoch nicht, da auf Electrontaining You verschiedenste Djs auf mehr oder weniger kreative Art und Weise Louies Musik verwandeln oder auch verwursten. Als positive Beispiel ist hier der I Wander Remix von Christopher Just, der trotz kreativer Verarbeitung mit zum Beispiel Balkan-Elementen immer noch dem Original treu bleinbt. Stilistisch gibt es auch weiterhin einige Perlen wie den 1000 Lightyears from Now First Class Milan Florence Mike Vamp Remix, der stark an die neue deutsche Welle erinnert, ein bisschen wie „Der Räuber und der Prinz“.

Am wenigsten brav aber dafür überraschend einfallsreich und mein persönlicher Favorit bei den Remixes ist die Verwandlung der triefenden Schnulze „She’s My Lady“ in einen abgeschliffenen tanzbaren Remix „Tatzen im Regen“ und zwar von Frittenbude. Die erzählen die Geschichte der ungleichen Liebe in ihren eigenen Worten, mit ihrer eigenen schrillen Musik, jedoch eindeutig von Louie Austen inspiriert; da werden die Chaos-Krieger zu Poethen: „Meine Seele ist ein Plankton und mein Herz ist ein Walfisch.“

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