You’re my heart, you’re my Seoul

Streetart

Seoul ist die Hauptstadt Südkoreas und gilt mit ihren knapp 11 Mio. Einwohnern als Megametropole. Auf den nicht selten langen Wegen von A nach B auf einer von 10 Autobahnspuren fühlt man sich schnell klein. Umsäumt von riesigen, hoch modernen Gebäuden passiert man Unmengen von Leuchtreklamen und Lichterketten.

Fünfundzwanzig Bezirke hat Seoul: etwa das poshe Viertel Gangnam mit Luxusläden, noblen Autohäusern und Galerien, das Ausländerviertel Itaewon, das sich vor allem nachts mit knallig buntem Leben füllt oder das Studenten- und Künstlerviertel Hongdae, in dem es abgefahrene Bars, Clubs und Streetart zu sehen gibt. Aber egal in welchem Viertel – diese Stadt schläft nie. Mittendrin ist die Platoon-Kunsthalle, in der junge koreanische Künstler vorgestellt werden und internationale Musiker wie Apparat Konzerte geben.

Selbst in  Tempelanlagen trifft Kultur auf Technik. Mönche sausen mit Moped und Headset über die weitläufigen Klostertreppen. Wer es beschaulich-traditionell mag, fährt etwa eine Stunde und ist auf dem Land – mitten in liebevoll gepflegten Parkanlagen. Wer das volle Paket für ein ruhiges Wochenende nimmt, schläft dann auch in bodenbeheizten Papierhütten.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Korea viele Jahre unter der brutalen kolonialen Herrschaft der Japaner zu leiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Land als einer der wenigen Verbündeten im Fernen Osten für die USA von entscheidender Bedeutung: als Bollwerk der „Freien Welt“ gegen den Kommunismus. Die Grenze zum Militärstaat Nordkorea ist nur 60 Kilometer entfernt. Zwischen Kultur und Hypertechnisierung begann in den 80er Jahren die Emanzipation Südkoreas: Das Land entwickelt nicht nur zunehmend Selbstbewusstsein gegenüber der Schutzmacht USA, sondern strebt auch nach Eigenständigkeit von den mächtigen Nachbarn China und Japan.

Ein Großteil der Beschilderungen ist daher in koreanischer Schrift, Hangeul, gehalten. Für schriftunkundige Europäer ist die Nutzung der U-Bahnen dennoch kein Problem: Jede Linie ist in einer anderen Farbe gehalten, die Stationen durchnummeriert. Alle in westlichen Staaten bekannten Fastfood-Ketten gibt es auch in Seoul.  Aber das ist eigentlich völlig überflüssig, denn koreanisches Essen vermisst man, wieder zurück, schneller als man denkt. Es ist nicht nur preiswert, sondern auch unglaublich gut.

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Wer gerne ausgiebig shoppt, ist in Seoul ebenfalls gut aufgehoben. In den riesigen Malls muss man dazu allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen und bekommt im Grunde auch die gleichen Markenartikel wie in jeder Weltmetropole. Dennoch sind die Besuche etwas Besonderes: In den Einkaufszentren sind Vergnügungsparks integriert und am Eingang wird man typisch asiatisch begrüßt – mit einer Verbeugung. Nicht ganz so liquide Touristen checken die Nightmarkets aus. Sie sind, wie der Name schon sagt, nachts geöffnet und bestehen aus mehrstöckigen Gebäuden. In ihnen verkaufen kleinere Designer ihre Eigenkreationen. Nebenan werden Klamotten von Labels wie Fornarina und Miss Sixty nachgeschneidert und etwas preiswerter abgesetzt. Kopie und Kreativität sind nah beieinander. Ganz und gar in Hand der Markenpiraten ist Fake Market in Namdemun:  Wer eine Gucci-Kopie will, sollte hier nach „Gutsi“ fragen.

Last but not least sind noch die Karaokebars, koreanisch „Norebang“, eine Besonderheit. Wer hier seinen Lieblingssong nachsingen will, muss das nicht vor Fremden tun. Hier mietet man sich mit ein paar Freunden einen Raum mit Perkussionsinstrument und Knabberzeug. An englischsprachigen Songtiteln mangelt es keinesfalls. Wer die eigene Schamgrenze überschreiten will, intoniert dann in einigen Bars die größten Hits von Modern Talking.

  • Flugpreis: bei frühzeitiger Buchung ab ca. 350€ (finair).
  • Beste Reisezeit ist der Frühling.

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