Haemin Kim – Licht und Dunkel

Haemin Kim lebt in Seoul und macht gerade ihren Doktor in der Seoul National Universitiy. Die absolute Sonnenfinsternis in Seoul im vergangenen Sommer beeindruckte sie und veranlasste sie zu ihrem Projekt „Music Scene in Eclipse. Seoul“, das sie kürzlich in der Platoon Kunsthalle ausstellte.

Was hat dich dazu bewegt, Künstlerin zu werden?

Ich sehe mich nicht als Künstlerin, sondern als Designerin. In der Kunst geht es darum, Thematiken zu behandeln oder Aussagen rüber zu bringen, die einen beschäftigen. Design hingegen behandelt Dinge, die das tägliche Leben schöner machen. Solche schlage ich den den Menschen vor.

Ich bin jetzt 28 Jahre und denke viel über alltägliche Gebrauchsgegenstände nach. Wie werden sie benutzt? Wie definieren sich Menschen damit? Gebrauchsgegenstände ähneln mittlerweile Spielzeugen.

Ich möchte den Menschen mit meinen Talenten und Ideen helfen und bin sehr glücklich, dass Leute Dinge benutzen, die ich heraus bringe. Die Reaktionen und das Feedback, dass ich bekomme,  bringen mich dann immer wieder auf neue Ideen.

In Deiner Selbstdarstellung schreibst du über deine Begeisterung für die perfektionierten Vorgänge in der Natur.

Jeder nutzt Maschinen, um das Leben komfortabler zu machen, aber kaum einer erkennt den Zusammenhang zwischen Natur und Technik. Wir sollten uns ein Beispiel an der Natur nehmen und lernen, uns nicht gegenseitig das Leben schwer zu machen.

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Die Sonnenfinsternis 2009 in Korea brachte dich auf einen weiteren Aspekt kompletter Dunkelheit – den Verlust des Augenlichts. Wie hast du dazu recherchiert?

Ich war in einem Dunkelrestaurant. Blinde und sehbehinderte Menschen führten mich durch das Restaurant – das war eine überwältigende Erfahrung. In dem Raum gab es nur wenige, schwache Lichtpunkte. Das brachte mich auf die Idee, mit LED-Lichtern zu arbeiten.

Was gefällt Dir hier in der Platoon-Kunsthalle am meisten?

Hier lernte ich Jin und andere Künstler und Designer kennen. Wir haben uns mit zwei anderen Künstlern zusammen getan und einfach auf eine Leinwand gebracht, was uns eingefallen ist. Das hat uns sehr großen Spaß gemacht und wir sind von dem Ergebnis so überzeugt, dass wir in Zukunft das eine oder andere Projekt wieder gemeinsam in Angriff nehmen werden.

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