Unerhört, aber nicht ungesehen.

In Filmen ist Musik normalerweise das Mittel zum Zweck: Melodieteppiche treiben Tränen der Rührung in die Augen der Zuschauenden, gezupfte Streicher lassen die Nackenhaare sträuben und bollernde Popmusik rahmt das Lebensgefühl von Protagonisten. Doch beim Unerhört-Filmfestival geht es um eine besondere Art von Filme: Spielfilme und Dokumentationen, welche sich über das seltsam magische Phänomen der Musik beschäftigen.

In den Berliner Kinos Eiszeit und fsk macht das Musikfilmfestival vom 10.-13. Dezember 2009 Station. Aus den gut zwei Dutzend Vorführungen sind hier ein paar herausgegriffen: „The Topp Twins“ porträtiert zwei lesbische, politisch bewegte Zwillinge, welche in Neuseeland mit Country- und Jodel-Persiflage TV-Lieblinge geworden sind (Eiszeit, 11.12., 20h). Ein Elektropunk-Trio aus Madrid wird unter dem vielversprechenden Titel „Dirty Princess – Mit brennenden Höschen gegen das Parfüm des Kapitals“ porträtiert (Eiszeit, 11.12., 20:30). Auf „Dicke Hose“ (Eiszeit, 12.12. 20h) macht Sleepy, „King of Schnack“ und rappender Pizzabote aus Hamburg-Ottensen mit ganz großen Plänen in einer kleinen, groovigen Hamburger Kiezkomödie.

Divisionz“ (fsk, 11.12., 20:30) erzählt mit Dancehall und Hiphop die Geschichte von vier Jungs aus Uganda, die fett ins afrikanische Musikbusiness reinkommen wollen. „The Posters Came From The Walls“ (Eiszeit, 12.12., 18h) porträtiert den skurrilen Depeche-Mode-Kult auf aller Welt. Und „Heima“ (Eiszeit, 12.12.,  16:15), bereits als DVD erschienen, begleitet Sigur Ros auf ihre Konzertreise durch Island 2006, bei der sie ihre Elektronika in gigantischen, leeren Öltanks und einer verlassen Fischfabrik aufführten.

Das weitere Programm gibt’s auf der Seite des fsk-Kinos, noch mehr Informationen auf der Seite des „großen“ Unerhört-Festivals in Hamburg.

  • Eiszeit, Zeughofstr. 20, Berlin-Kreuzberg, U-Bahn: Görlitzer Bahnhof
  • fsk-Kino, Segitzdamm 2 (Oranienplatz), Berlin-Kreuzberg, U-Bahn: Moritzplatz

Kommentar verfassen