Luciano – Tribute To The Sun

Luciano - Tribute To The SunLuciano, der chilenische Minimal-Gott, der neben dem befreundeten Ricardo Villalobos, Dandy Jack, oder auch Argenis Brito zu den einflussreichsten Künstlern der lateinamerikanischen Musikszene zählt, hat mit „Tribute To The Sun“ 2 Jahre nach seinem 2007 erschienenden Album „No Model, No Tool“ nachgelegt. Luciano ist unter anderem auch Chef seines äußerst erfolgreichen Labels Cadenza, welches durch seinen innovativen, minimalen Sound aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken ist.

Aufgrund dieser Fakten gibt’s natürlich sehr hohe Erwartungen an das neue Album. Die ersten beiden Tracks „Los Ninos de Fuera“ und „Celestial“ können noch überzeugen. So beinhaltet der erste Track eine funky Bassline, die gekonnt mit einem afrikanischen Kinderchor-Sample spielt. Ab Track Nummer Drei wird es leider schon belanglos. Harmonien, Flächen, es ist alles da – nur schafft es das Album nicht, mich zu fesseln oder auch nur ansatzweise zu beschäftigen.

Die Stücke sind alle insgesamt zu ruhig, inhaltslos und ohne jeglichen Ansatz einer Idee. „Fran Left Home“ ist ein gutes Bespiel. Der Track hält über 5 Minuten eine 08/15 Bassline bereit, dem eine uninspirierten Melodie hinzugefügt wurde. Das ist einfach zu wenig. „Africa Sweat“ baut genau auf das gleiche Prinzip, wobei das Vocal durch quengeliges Geschrei das Grauen um ein vielfaches potenziert.

Was passiert in so einem Fall? Ich schweife gedanklich ab und bin froh nach über 80 Minuten der musikalischen Agonie entkommen zu sein.  Die Platte ist ein Missverständnis, das man gerechterweise als Totalausfall bezeichnen kann. Aufgrund Lucianos Talent und seiner bisher vorgebrachten Klasse bleibe ich ratlos bis schockiert zurück und frage mich, welcher Teufel Luciano geritten haben muss um sowas zu veröffentlichen.

Hier eine kleine Preview zum Album:

[podcast]http://www.bln.fm/media/audio/previews/luciano_tribute_to_the_sun.mp3[/podcast]

Tracklist:

  1. Los Ninos de Fuera
  2. Celestial (feat. Liberty by Keren Ann)
  3. Sun, Day and Night (feat. Martina Topley-Bird)
  4. Conspirer
  5. Hang For Bruno (feat. Bruno Bieri & Omri Hason)
  6. Fran Left Home
  7. Africa Sweat (feat. Ali Boulo Santo)
  8. Pierre For Anni
  9. Metodisma
  10. Oenologue

(Cadenza Records)

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